Einigung in letzter Minute
Griechenland-Deal perfekt, Weg für neue Milliarden frei

Über zwölf Stunden wurde parallel an zwei Marathonsitzungen verhandelt. Nun ist das Rettungspaket für Griechenland verabschiedet. Auch dank stärkerer Zugeständnisse von privaten Gläubigern.
  • 13

Brüssel/DüsseldorfGriechenland kann der Staatspleite ein zweites Mal dank internationaler Hilfe entkommen. Die Euro-Länder haben sich im Grundsatz auf einen Rettungsplan für das hochverschuldete Griechenland geeinigt.

Das verlautete aus Diplomatenkreisen. Die Euro-Finanzminister hatten zuvor mehr als zwölf Stunden über weitere Milliardenhilfen und einen Schuldenschnitt beraten.

Die öffentlichen Hilfen blieben wie schon im Oktober vereinbart bei 130 Milliarden Euro. Das Ziel, Athens Gesamtschuldenlast bis 2020 auf 120 Prozent der Wirtschaftskraft zu reduzieren, wurde der Quelle knapp verfehlt und auf 120,5 Prozent nach oben korrigiert.


Mit den Maßnahmen aus dem ursprünglichen Rettungspaket hätten die Schulden nur bis 129 Prozent gesenkt werden können. Das ergab eine Analyse der Troika - Experten von EU-Kommission, Europäischer Zentralbank und Internationalem Währungsfonds (IWF).

Dass die Gesamtschuldenlast in der Nacht um diese weiteren Prozente gedrückt werden konnte, ist auch privaten Gläubigern zu verdanken. Um diese weiteren Zugeständnisse wurde in der Marathonsitzung besonders heftig gestritten.

Statt nur auf die Hälfte der Forderungen zu verzichten, haben sich die privaten Gläubiger und die Euro-Finanzminister nun auf einen Verzicht von 53,5 Prozent geeinigt. Auch eine geringere Verzinsung der neuen Staatspapiere, die zuletzt noch einen Kupon von 3,0 Prozent bekommen sollten, gehörte zur Verhandlungsmasse.

Als öffentlicher Gläubiger soll auch die Europäische Zentralbank (EZB) einen Beitrag zur Entschuldung Griechenlands leisten und künftige Gewinne aus ihren Beständen griechischer Staatsanleihen an die Mitgliedstaaten ausschütten, wie es weiter hieß. Diese können das Geld an Griechenland weitergeben - wie genau, blieb zunächst offen.


Griechenlands Regierungschef Lucas Papademos sowie Finanzminister Evangelos Venizelos trafen sich dafür parallel zu dem Treffen der Eurogruppe mit dem Vertreter des Internationalen Bankenverbandes IIF, Charles Dallara, Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann sowie Jean Lemierre von der französischen Großbank BNP Paribas in Brüssel, wie Diplomaten sagten.

Die letzten Einzelheiten müssten noch festgelegt werden, hieß es aus einer zweiten Quelle. Der Euro legte nach den ersten Meldungen schlagartig um 0,7 Prozent auf 1,328 Dollar zu.

Seite 1:

Griechenland-Deal perfekt, Weg für neue Milliarden frei

Seite 2:

Pleite nur verschoben?

Kommentare zu " Einigung in letzter Minute: Griechenland-Deal perfekt, Weg für neue Milliarden frei"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Wir sitzen in der Falle, so zumindest Hans Werner Sinn heute FAZ. Offenbar kommen wir aus der Nummer nicht wieder heraus. Der Euro als Gesamtkonstukt ist eine einzige Katastrophe und ohne Transferunion auch nicht grundlegend zu reformieren. Ein eiziger Schlamassel. Fürchterlich und widerlich.... schöne Aussichten.

  • Woher das Geld für Griechenland kommt
    =====================================

    Ist in einem Artikel der SZ sehr gut beschrieben.

    http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/finanzminister-beraten-ueber-schuldenkrise-woher-das-geld-fuer-griechenland-kommt-1.1288596

  • Merken denn die Superdeppen, denn das sind die "Finanzminister" offen überhaupt nicht wie die von den Ganoven in Athen vorgeführt werden?

    Tja, und dann stellt dieser A..sch von "Staatspräsident die Frage, "Wer ist Deutschland, wer ist Holland, wer ist Finnland. Ich kann es nicht hinnehmen dass die mein Land beleidigen".

    Wer so runter und verkommen ist die die, die kann man weiss Gott doch nicht mehr beleidigen.

    Es ist wohl wahr, dass sich viele Hedgefond mit Versicherungen eingedeckt haben. Hedgefonds überlegen aber auch, und das mit vollem Recht, gegen den Haircut zu klagen. Nach der Europäischen Menschenrechtskonversion sieht in einem Eingriff auf das Eigentum eine Menschenrechtsverletzung. Hoffentlich klagen die, damit die Bande endlich verschwindet.

    Übrigens soll der ehemalige MP Giorgos Andrea Papandreou und sein Clan mit diesen Versicherungen einen Gewinn von 23 Milliarden Euro gemacht haben. Hoffentlich wurden die dann auch versteuert was aber kaum anzunehmen ist.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%