Einigung mit der Ukraine
Russland dreht den Gashahn wieder auf

Durchbruch im Dauerkonflikt zwischen Russland und der Ukraine: Der Streit um Gaslieferungen ist beigelegt, beide Länder einigten sich auf ein Winterpaket. Kann die Ukraine es auch bezahlen?
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BrüsselDer monatelange Streit um russische Gaslieferungen hat ein Ende: Die Ukraine und Russland haben sich auf die Versorgung für die Wintermonate geeinigt. Das sagte EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso am späten Donnerstagabend nach zweitägigen Marathonverhandlungen in Brüssel. Dabei geht es um die Gaslieferungen bis zum März 2015, um Preise und die Begleichung alter Schulden der Ukraine an Russland.

„Dies ist ein wichtiger Schritt für unsere gemeinsame Energiesicherheit auf dem europäischen Kontinent“, sagte Barroso. „Es gibt jetzt keinen Grund dafür, dass die Menschen in Europa es in diesem Winter kalt haben.“

Kurz vor dem Winter atmet Europa auf

Das Winterpaket soll die Gasversorgung der Ukraine – und damit letztlich auch Europas – sichern. Die Energieminister beider Länder sowie die Chefs der Versorger Gazprom und Naftogaz unterzeichneten gemeinsam mit Oettinger in Brüssel zwei entsprechende Abkommen. „Wir können den Bürgern Europas heute sagen: die Versorgungssicherheit ist gewahrt“, sagte Oettinger. Die Verhandlungen seien hart, aber sachorientiert gewesen. „Wir haben in kriegsähnlichen Zuständen klug gehandelt“, erklärte der CDU-Politiker.

Auch Russlands Energieriese Gazprom begrüßte die Beilegung des Gasstreits. Von dem „Kompromiss“ gehe die „klare Botschaft“ aus, dass Verträge eingehalten und Schulden beglichen werden müssen, erklärte der Konzern am Freitag. Mit der Einigung für die Wintermonate werde „mit etwas Glück ein neues, konstruktiveres Kapitel in den Gasbeziehungen zwischen der EU, Russland und der Ukraine“ aufgeschlagen.

Barroso mahnte: „Ich erwarte von allen Parteien, sowohl Lieferanten als auch Transitländern, dass die sich in vollem Umfang an die Regeln halten, die sie jetzt miteinander vereinbart haben.“ Der russische Minister Nowak beruhigte: „Ich will versichern, dass Russland immer ein verlässlicher Energieversorger für Europa und für andere Kunden gewesen ist, das ist es gewesen, und das wird es bleiben.“

Zur Begleichung alter Schulden soll die Ukraine bis Ende des Jahres 3,1 Milliarden US-Dollar (rund 2,5 Milliarden Euro) an den russischen Energieversorger Gazprom zahlen. Offen war bis zuletzt gewesen, wie das quasi insolvente Land seine Rechnungen begleichen kann.

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Wie wird die Ukraine das Gas bezahlen?

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  • Die Ukraine in der EU und in der NATO, das kostet eben. Die im Vergleich bankrotte »DDR« hat bisher 2 Billionen gekostet. Aber Deutschland ist dadurch wenigstens wieder »Groß« geworden und der Großdeutsche Traum vom Lebensraum im Osten wird endlich wahr und wir dürfen uns auf einen Ukraine-Soli freuen ;–))

  • Aber so hat es die EU doch gewollt.
    Wenn die EU von USA dazu gezwungen wurde, solle es die Hosenschei..er doch sagen.

  • "...dass die Menschen in Europa es in diesem Winter kalt haben..."
    --> falsch.
    Richtig wäre gewesen: ... dass einige Menschen in der Ukraine es in diesem Winter kalt haben...

    "...gehe die 'klare Botschaft' aus, dass Verträge eingehalten und Schulden beglichen werden müssen..."
    --> Richtig.

    Man merkt dass immer nur eine Seite Demogagie und Wortverdrehungen benutzt, die verschlagene Seite eben.

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