Einigung mit Rebellen
Kolumbiens Regierung lässt sich auf Reform ein

In einem bedeutenden Schritt auf dem Weg zum Frieden haben sich die linken Rebellen mit der kolumbianischen Regierung auf eine Agrarreform geeinigt. Verhaltener Optimismus ist angebracht.
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HavannaDie kolumbianische Regierung und die marxistischen Farc-Rebellen haben sich auf eine Agrarreform geeinigt und damit einen wichtigen Fortschritt im Friedensprozess erzielt. Beide Seiten erklärten am Sonntag nach Verhandlungen in der kubanischen Hauptstadt Havanna, die wirtschaftliche und soziale Entwicklung in den ländlichen Gebieten solle vorangebracht werden. Der armen Bevölkerung dort solle Agrarland zur Verfügung gestellt werden. Damit wird eine der wichtigsten Forderungen der Farc erfüllt, die seit fast 50 Jahren gegen die Regierung kämpft.

In einer gemeinsamen Erklärung hieß es, man habe sich auf den Beginn eines radikalen Umbaus verständigt, der Gleichheit und Demokratie in den ländlichen Regionen bedeute. Wie viel Land an die Bauern abgetreten wird, wurde nicht bekannt. Der Unterhändler der Regierung, Humberto de la Calle, sagte, die Großgrundbesitzer würden ihr Land nicht verlieren. „Legale Landbesitzer haben nichts zu befürchten”, sagte er. Zugleich betonte de la Calle, die Vereinbarung über die Landreform werde erst mit einem Friedensvertrag in Kraft treten. „Nichts ist beschlossen, solange nicht alles beschlossen ist”, sagte er. Die Farc erklärte, nun sei der Weg für die Bevölkerung frei, sich für ihre Rechte einzusetzen.

Seit November 2012 finden auf Kuba Verhandlungen zwischen den Konfliktparteien statt, sie sollen am 11. Juni weitergehen. Bereits dreimal waren Versuche, Frieden zu schließen, gescheitert, zuletzt im Jahr 2002. Im Zuge des Aufstands der Farc wurden mehr als 100.000 Menschen getötet und Millionen vertrieben.

Mit Hilfe der USA startete die Regierung im Jahr 2002 eine Offensive gegen die Farc, die die Rebellen schwächte. Der Rebellen-Organisation sollen noch rund 8000 Mitglieder angehören, die sich in abgelegene Gebiete in den Bergen und im Urwald zurückgezogen haben.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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