Einigung mit Teheran erwartet
El Baradei im Atomstreit optimistisch

Der Generaldirektor der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) hat sich verhalten optimistisch über eine Einigung im Atomstreit mit dem Iran gezeigt. Zuversichtlich ist sich auch der Koordinator der EU-Außenpolitik, Javier Solana.

HB SYDNEY/DEN HAAG. Es müssten noch Details der Vereinbarung bestätigt werden, er hoffe aber, ein Stopp der Urananreicherung falle unter den Kompromiss, sagte IAEA-Chef Mohamed El Baradei am Montag in Sydney. „Ich hoffe, dass dies zum gewünschten Ergebnis führt und der Iran alle Aktivitäten zur Aufbereitung und Anreicherung (von Uran) einstellt und damit den Weg für eine Normalisierung seiner Beziehungen zur internationalen Gemeinschaft ebnet“, fügte er hinzu. Im nächsten Schritt müsse die iranische Regierung der Einigung zustimmen, hieß es in EU-Diplomatenkreisen.

„Es wurden Fortschritte erzielt und wir warten nun auf die endgültige Antwort des Iran,“ sagte Solana in einem Reuters-Interview im niederländischen Den Haag. Die drei europäischen Staaten seien einer Vereinbarung zum Einfrieren der Urananreicherung des Iran „sehr nahe“ gekommen, sagte er. Zugleich schränkte er ein: „Es ist sehr schwierig, eine Definition dazu zu geben, wie nahe sie gekommen sind. Aber ich habe heute den Eindruck, dass wir sehr nahe daran sind, ein Abkommen zu erreichen... lassen sie uns auf neue Entwicklungen in den nächsten Stunden hoffen,“ sagte er.

Der Iran hatte sich am Wochenende in Paris mit Vertretern Deutschlands, Frankreichs und Großbritanniens auf den vorläufigen Kompromiss verständigt. Danach würde der Iran die umstrittene Urananreicherung bis zu einem endgültigen Wirtschafts- und Technologieabkommen mit der Europäischen Union (EU) aussetzen, hieß es in EU-Diplomatenkreisen. Angereichertes Uran kann zum Bau von Atomwaffen verwendet werden. Mit der Einigung könnte der Golfstaat drohende Sanktionen der Vereinten Nationen (UN) abwenden.

Die USA werfen dem Iran vor, hinter seinem Atomprogramm den Bau von Waffen zu verbergen. Der Iran beharrt darauf, sein Programm diene nur der Stromerzeugung. Vor der Annäherung hatte die IAEA dem Iran eine Frist bis zum 25. November gesetzt, um seine Uran-Anreicherung zu stoppen. Ansonsten könnte die IAEA den Fall an den UN-Sicherheitsrat überweisen, der Sanktionen gegen das Land verhängen könnte.

Der Iran bekräftigte unterdessen seine Drohung, bei einem Angriff auf seine Atomanlagen gegen Israel und jeden anderen Angreifer zurückzuschlagen. „Wenn Israel oder ein anderes Land irgend eine Anlage im Iran angreift, kennen wir keine Grenzen, uns zur Wehr zu setzen. Das heißt überall auf der Welt, innerhalb ihrer Grenzen und außerhalb,“ sagte der Vize- Kommandeur der iranischen Revolutionsgarden, Mohammed-Baker Solkadr. Schon früher hatten Vertreter des Iran vor einen Gegenschlag auf Israel mit Schahab-3-Raketen gewarnt. Diese könnten auch jeden US-Stützpunkt in der Golf-Region erreichen.

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