Einigung mit US-Pharmakonzern Abbott
Brasilien erhält billigere Aids-Medikamente

Nach monatelangem Ringen hat sich Brasilien mit dem US-Pharmakonzern Abbott auf einen reduzierten Preis für das Aidsmedikament Kaletra geeinigt. Die Regierung in Brasilia hatte zuvor damit gedroht, das Patent auf Kaletra zu brechen und den Wirkstoff selbst herzustellen.

HB SAO PAULO. Das brasilianische Gesundheitsministerium kündigte an, Abbott werde den Preis auf 63 Cent je Tablette von bislang 1,17 Dollar senken. Beide Seiten lobten die Einigung. Brasilien stellt 163 000 HIV-Infizierten Medikamente und andere Behandlungen kostenlos zur Verfügung. Das Programm dürfte die Regierung in diesem Jahr 420 Millionen Dollar kosten.

„Es waren schwierige Verhandlungen, aber ich bin überzeugt, dass sie im Bezug auf Einsparungen und auf Respekt für unsere Souveränität gut für Brasilien waren“, sagte Gesundheitsminister Jose Saraiva Felipe. In einer Erklärung von Abbott hieß es, die Einigung erfülle die Bedürfnisse der Regierung, respektiere Abbotts Recht auf geistiges Eigentum und stelle sicher, dass „die HIV/Aids-Patienten in Brasilien weiter Zugang zu echtem Kaletra erhalten“. Abbott kündigte zudem an, Brasilien weitere Medikamente im Wert von drei Millionen Dollar zu spenden.

Brasilien hat internationale Pharmariesen bereits mehrfach gezwungen, ihre Preise für Aids-Medikamente zu senken. Gegenwertig verhandelt das Gesundheitsministerium mit dem US-Unternehmen Merck & Co und mit Gilead Sciences über die Medikamente Efavirenz und Tenofovir. Saraiva Felipe betonte, auch in diesen Fällen sei Brasilien bereit, die Patente notfalls für ungültig zu erklären. „Das ist keine leere Drohung“, sagte er.

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