Einigung nach langen Verhandlungen
Entschädigung für deutsche „La Belle“-Opfer unterzeichnet

Die Entschädigung für deutsche Opfer ist 18 Jahre nach dem Anschlag auf die Berliner Discothek „La Belle“ festgeschrieben. In der libyschen Hauptstadt Tripolis wurde am Freitag die Entschädigungs-Vereinbarung von der Gaddafi-Stiftung und deutschen Opfer-Anwälten unterzeichnet.

HB TRIPOLIS/BERLIN.Danach zahlt Libyen für 168 Opfer, wovon die meisten Deutsche sind, insgesamt 35 Millionen US-Dollar (28,4 Mio Euro). Die Einigung war Mitte August nach monatelangen Verhandlungen zu Stande gekommen.

Als Vertreter der Opferanwälte sagte Hans-Joachim Ehrig in Tripolis, mit der Zahlung könne mit Ausnahme der US-Opfer die La- Belle-Akte geschlossen werden. Amerikanische Opfer verhandelten noch separat mit der libyschen Seite, hieß es. Die Gaddafi- Wohltätigkeitsstiftung wird von einem Sohn des libyschen Revolutionsführers Muammar el Gaddafi geleitet.

Mit der Unterzeichnung ist der Weg frei für die Normalisierung der Beziehungen Libyens zur Europäischen Union. Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) hat bereits eine Einladung von Gaddafi angenommen. Libyen strebt eine Aufnahme in die Mittelmeer-Partnerschaft der EU an. Die Bundesregierung begrüße die zügige Unterzeichnung der Vereinbarung, sagte ein Sprecher am Freitag in Berlin.

Bei dem Anschlag auf die bei US-Soldaten beliebte Discothek waren 1986 drei Menschen getötet und mehr als 200 verletzt worden. Die Täter wurden 15 Jahre später vom Berliner Landgericht zu langjährigen Haftstrafen verurteilt. Das Gericht machte Libyens Geheimdienst für die Tat mitverantwortlich. Der Bundesgerichtshof hatte erst im Juni die Urteile als rechtskräftig bestätigt.

Nach Angaben der Anwälte bekommen elf Schwerstverletzte jeweils 350 000 Dollar, die anderen Opfer jeweils knapp 190 000 Dollar. Die Hinterbliebenen einer bei dem Anschlag getöteten Türkin erhalten eine Million Dollar. Wie die Gaddafi-Stiftung mitteilte, sollen die Summen in drei Raten in den nächsten sechs Monaten ausgezahlt werden. Die ersten 15 Millionen Dollar wurden direkt fällig.

Libyen, das sich offiziell von seiner terroristischen Vergangenheit losgesagt hat, hatte zuvor bereits an die Hinterbliebenen der Anschläge auf zwei Passagierflugzeuge über Niger und Lockerbie in den 80er Jahren mit insgesamt 440 Toten gezahlt.

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