Einigung
Nato schickt Awacs-Flugzeuge nach Afghanistan

Nach monatelangem Streit um die Finanzierung des Einsatzes hat die Nato die Entsendung von Awacs-Aufklärungsflugzeugen nach Afghanistan beschlossen. Die Verteidigungsminister des Bündnisses besiegelten am Freitag in Brüssel den Einsatz von bis zu vier Maschinen für zunächst ein Jahr, wie ein Nato-Militärvertreter mitteilte. Für die geplante Bundeswehr-Beteiligung mit bis zu 100 Soldaten muss die Regierung in Berlin die Zustimmung des Bundestags einholen. Das Mandat soll noch vor der Sommerpause erteilt werden.

HB BRÜSSEL/BERLIN. Die militärische Führung des Nordatlantik-Paktes fordert seit einem Jahr den Einsatz der fliegenden Radarsysteme für Afghanistan, um den wachsenden Luftverkehr zu kontrollieren und zu sichern. Bundesverteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) begrüßte am Rande des Nato-Verteidigungsministertreffens in Brüssel die Einigung. Die Bundeswehr bewältige die Hälfte des Lufttransports und sei für die gesamte Luftaufklärung zuständig: "Und von daher haben wir ein Interesse an zusätzlicher Flugsicherheit." Er sei zuversichtlich, "dass wir mit Nato-Awacs-Maschinen einen zusätzlichen Beitrag für die Flugsicherheit leisten können", sagte Jung.

Der zivile Luftverkehr soll erheblich ausgeweitet werden, eine Direktverbindung von Frankfurt am Main nach Kabul ist geplant. Nach Angaben des Verteidigungsministerium soll der Linienbetrieb kommende Woche gestartet werden. "Deshalb ist es sinnvoll, dass wir uns zusätzlich engagieren, auch mit Nato-Awacs-Maschinen", sagte Jung.

Der Einsatz zur Kontrolle des zunehmenden Luftverkehrs in Afghanistan war von Frankreich blockiert worden. Paris wollte sich nicht an den Einsatzkosten von etwa 100 Millionen Euro pro Jahr beteiligen, weil es über eigene Awacs-Maschinen verfügt. Auf Frankreich wären etwa 15 bis 18 Millionen Euro entfallen. Nach Angaben von Diplomaten einigten sich die Bündnispartner schließlich darauf, dass sich Frankreich lediglich an den Mehrkosten für den Einsatz in Afghanistan beteiligt - ein Betrag von weniger als einer Million Euro.

Nach Angaben von Diplomaten trägt Deutschland etwa 25 Prozent der Kosten, weil nicht nur ein Drittel der Besatzungen aus Deutschland komme, sondern auch der Stützpunkt Geilenkirchen in Deutschland liegt und etwa 40 Prozent des gesamten Personals Deutsche sind. Über die Stationierung der mit umfangreichen Radaranlagen ausgestatteten Awacs-Maschinen ist noch nicht entschieden. Bisher wird vor allem an eine Stationierung im türkischen Konya gedacht, weil die Türkei Nato-Mitglied ist. Die Flugzeuge können in der Luft aufgetankt werden.

Die in Geilenkirchen bei Aachen stationierten Awacs gehören der Nato, Deutschland stellt 40 Prozent der Besatzung. Insgesamt werden für die vier Maschinen 250 Mann Personal benötigt, wie aus Nato-Kreisen verlautete. Die Abkürzung Awacs steht für "Airborne Warning And Control System" (luftgestütztes Warn- und Kontrollsystem).

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