Einigung über EU-Verfassung scheint sicher
Kampfkandidatur um Prodi-Nachfolge

Belgiens Ministerpräsident Guy Verhofstadt und der britische EU-Außenkommissar Chris Patten haben sich eine Kampfkandidatur um den Chefposten der EU-Kommission geliefert, aus der auf dem Brüsseler EU-Gipfel beide als Verlierer herausgehen könnten.

HB BRÜSSEL. Ein Treffen konservativer EU-Regierungs- und Parteichefs schickte kurz vor Beginn des EU-Gipfels am Donnerstag mehrheitlich Patten ins Rennen um die Nachfolge des scheidenden Kommissionspräsidenten Romano Prodi. Deutschland und Frankreich unterstützten hingegen weiter Verhofstadt. Allerdings werde es in der Debatte am Abend wahrscheinlich für Verhofstadt keine Mehrheit geben, sagte Portugals konservativer Regierungschef Jose Manuel Durao Barroso, dem selbst Ambitionen auf den Posten nachgesagt werden. Auch eine Verschiebung der Personalie galt als denkbar, falls keiner der beiden Kandidaten eine ausreichende Mehrheit bekommt. Fortschritte machte der Gipfel auf dem Weg zur Verfassung. Bundesaußenminister Joschka Fischer erwartete darüber eine Einigung am Freitag.

„Die irische Präsidentschaft bereitet sich darauf vor mitzuteilen, dass der Kandidat mit der größten Unterstützung der belgische Ministerpräsident ist“, sagte Durao Barroso. Diese Kandidatur habe aber wohl keine großen Chancen: „Wahrscheinlich wird es eine Sperrminorität geben.“ Offen gegen Verhofstadt hat sich Großbritannien ausgesprochen. Deutschland hielt dagegen an Verhofstadt fest. „Die deutsche Haltung ist bekannt“, sagte Fischer. Chirac äußerte sich zurückhaltend: „Ich weiß, dass Verhofstadt ein guter Kandidat ist. Ich warte darauf, alle Kandidaten zu haben.“ Der irische Ministerpräsident Bertie Ahern deutete an, dass er nicht um jeden Preis ein einstimmiges Ergebnis wolle und verwies darauf, dass der Kommissionspräsident mit Mehrheit bestimmt werden könne.

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