Einigung über Zeitplan für Atomkontrollen
Iran macht Atomenergiebehörde Zugeständnisse

Der Iran will seine Aktivitäten zur Anreicherung von Uran vorübergehend aussetzen. Zudem verständigte man sich mit der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) auf einen Zeitplan für Atomkontrollen in dem Golfstaat.

HB TEHERAN. Der Iran habe sich in einem Aktionsplan verpflichtet, alles Mögliche zu tun, „um den Prozess zu beschleunigen, die ausstehenden Probleme zu lösen“, sagte IAEA-Chef Mohamed ElBaradei am Dienstag nach Gesprächen in Teheran. Die USA werfen dem Iran vor, heimlich Atomwaffen herstellen zu wollen. Der Iran hat hingegen stets erklärt, sein Atomprogramm diene ausschließlich der Stromerzeugung. Im vergangenen Jahr hatte sich der Iran bereit erklärt, unangemeldete Inspektionen seiner Atomanlagen zuzulassen.

Der Chef des iranischen Atomprogramms, Gholamresa Aghasadeh, kündigte an, die Herstellung und Montage atomarer Ausrüstung ab Freitag vorübergehend auszusetzen. Die IAEA sei aufgefordert worden, ihre Untersuchungen abzuschließen, bevor der Gouverneursrat der IAEA Ende Juni zu seinem nächsten Treffen zusammenkommt, um über das Thema Iran erneut zu beraten. „Wir haben um eine Frist bis zum Juni-Treffen (der IAEA) gebeten“, sagte Aghadeseh.

Der Iran hatte nach der scharfen Resolution der Vereinten Nationen (UN) im vergangenen Monat die Inspektoren der UN-Organisation IAEA zunächst an ihrer Arbeit gehindert, kündigte aber am Sonntag die Ankunft von Inspektoren in dem Land in zwei Wochen an. Nach den Worten El Baradeis soll ein neues UN-Team am 12. April im Iran ankommen. In der Resolution hatte die IAEA kritisiert, der Iran habe anders als zugesagt nicht alle mit dem Atomprogramm zusammenhängenden Aktivitäten offen gelegt. So hätte das Land in einem Bericht an die IAEA im Oktober den Besitz von Bauteilen für Zentrifugen des Typs P2 unerwähnt gelassen, obgleich die Führung in Teheran Deutschland, Frankreich und Großbritannien zugesichert hatte, alle Aktivitäten der Urananreicherung auszusetzen. Diese Zentrifugen können für die Produktion von hoch angereichertem Uran verwendet und dieses wiederum für den Bau von Atomwaffen genutzt werden. Der Iran hatte die Uranspuren auf kontaminierte Zentrifugen-Bauteile zurückgeführt, die aus dem Ausland stammten.

El Baradei dementierte zugleich eine Meldung der Nachrichtenagentur Reuters, die unter Berufung auf einen westlichen Diplomaten berichtet hatte, Atom-Experten der IAEA hätten an weiteren Orten in dem Land Spuren atomwaffentauglichen Urans gefunden haben. Mehrere andere Diplomaten in Wien bestätigten die Angaben und hielten an ihrer Darstellung fest. Das Dementi El Baradeis sei ein Versuch, die Angelegenheit in Richtung einer Verfahrensfrage herunterzuspielen, sagten sie.

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