Einigung zwischen britischer und US-Regierung steht bevor
Guantanamo: Briten sollen ausgeliefert werden

Die britische Guantanamo-Gefangenen stehen offenbar kurz vor der Überstellung nach Großbritannien. Laut einem Anwalt wurden sie zum Teil zu Geständnissen gezwungen.

HB BERLIN. Washington und London stehen nach Angaben eines Menschenrechtsanwaltes kurz vor einer Einigung über die Überstellung britischer Guantanamo-Gefangener nach Großbritannien. Der britische Anwalt Clive Stafford Smith sprach gegenüber britischen Zeitungen von einem «Handel», der vermutlich bis Weihnachten abgeschlossen sein soll. Demnach sei eine Überführung möglich, wenn sich die sieben Terrorverdächtigen «zu irgend einem unsinnigen Vorwurf» schuldig bekennen, sagte er. Anschließend könnten sie eine Haftstrafe in Großbritannien absitzen, sagte Smith weiter. Zwei weitere inhaftierte Verdächtige, fügte er hinzu, würden wegen mangelnden Belastungsmaterials voraussichtlich freigelassen.

Der Anwalt nannte als Beispiel für ein erzwungenes Geständnis den britischen Gefangenen, Moazzam Begg. Dieser sollte auf Druck von US-Verhörspezialisten zugeben, er habe den britischen Premierminister Tony Blair mithilfe eines Milzbrand-Angriffs mit einem unbemannten Flugzeug auf das britische Parlament töten wollen. Smith nannte den konstruierten Vorwurf ein «lächerliches Szenario». «Die Amerikaner müssen denken, wir seien unglaublich blöd», sagte er.

Die USA halten derzeit rund 660 Menschen auf dem Stützpunkt Guantanamo auf Kuba fest, die sie des Terrorismus verdächtigt. Die US-Regierung verweigert den Inhaftierten den Status und damit auch die Rechte von Kriegsgefangenen; die meisten von ihnen haben keinerlei Rechtsbeistand.

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