Einigungschancen gering
Iran macht neuen Vorstoß im Atomstreit

Der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad will an diesem Mittwoch vor der UN-Vollversammlung in New York einen neuen Vorschlag zur Lösung des Streits um das umstrittene Atomprogramm des Landes vorstellen. Das berichtete die Nachrichtenagentur Fars am Montag. Über den Inhalt der geplanten Initiative hat die Regierung in Teheran bislang striktes Stillschweigen gewahrt.

HB TEHERAN. Nach Ansicht von Beobachtern dürfte Iran jedoch die Forderung der internationalen Gemeinschaft nach einer Beendigung seines Programms zur Urananreicherung weiterhin ablehnen. Vermutlich werde Ahmadinedschad die bisherige Haltung seines Landes bekräftigen, wonach Teheran bereit ist, Garantieren zu geben, dass das Programm ausschließlich zu friedlichen Zwecken dient.

Der andauernde Streit wird auch bei der Herbsttagung der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO) zur Sprache kommen, die am am kommenden Montag in Wien beginnt. Das Gremium könnte Iran vor den Weltsicherheitsrat bringen, der dann die Möglichkeit hat, Sanktionen gegen das Land zu verhängen.

Die Wiederaufnahme der Uranumwandlung in das Gas Uranhexafluorid - einer Vorstufe der Urananreicherung - hatte vergangenen Monat zu einem Zerwürfnis zwischen Iran und der EU geführt, die seit Dezember 2004 mit der Regierung in Teheran über ein umfassendes Kooperationsabkommen verhandelt hatte. Im Gegenzug sollte sich Iran zur dauerhaften Einstellung der Urananreicherung, die sowohl zivilen als auch militärischen Zwecken dienen kann, verpflichten.

Teheran hat die Vorschläge der EU aber inzwischen rigoros abgelehnt und besteht auf seinem Recht zur Anreicherung von Uran. Insbesondere die USA werfen Teheran vor, den Besitz von Atomwaffen anzustreben. Iran hat das stets zurückgewiesen.

US-Präsident George W. Bush hatte Mitte August signalisiert, dass die amerikanischen Behörden dem iranischen Präsidenten ein Einreisevisum nicht verweigern werden. Zuvor hatten die US- Geheimdienste erklärt, es gebe für eine angebliche Verwicklung Ahmadinedschads in die Geiselnahme von US-Diplomaten vor 25 Jahren in Teheran bislang keine Beweise.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%