Einmarsch in den Libanon
Israels Luftwaffe greift Beirut an

Israels Truppen dringen immer weiter in den Libanon ein. Die Luftwaffe nahm den Flughafen von Beirut und später auch Teile der Stadt selbst unter Beschuss. Im Süden des Landes wurden bei den Angriffen auch Zivilisten getötet, darunter eine zehnköpfige Familie.

HB BEIRUT. Mindestens sechs Raketen seien auf Landebahnen des Rafik-al-Hariri-Flughafens der libaenisischen Hauptstadt abgefeuert worden, verlautete aus libanesischen Sicherheitskreisen. Auch Ziele in einem Beiruter Vorort wurden Augenzeugen zufolge angegriffen.

Das Abfertigungsgebäude am Beiruter Flughafen und Maschinen wurden bei dem israelischen Angriff nicht beschädigt. Wie groß der Schaden an den Landebahnen ist, war zunächst nicht klar. Mehrere Flüge mussten umgeleitet werden. Nach der Verschleppung von zwei israelischen Soldaten und der Tötung von acht weiteren durch die Hisbollah hatte die israelische Regierung eine massive Vergeltung angekündigt.

Ministerpräsident Ehud Olmert machte die libanesische Regierung für die Hisbollah-Angriffe im Grenzgebiet verantwortlich. Augenzeugen berichteten auch von Angriffen in Haret Hreik im Süden Beiruts. Dort hat die Hisbollah-Führung ihren Sitz. Sechs Menschen wurden beim Einschlag einer Rakete im Gebäude des Fernsehsenders der Hisbollah verletzt.

Auch auf Ziele im Süden des Libanon flog die israelische Luftwaffe wieder Angriffe. Dabei wurden allein im Dorf Dweir Sicherheitskreisen zufolge zehn Mitglieder einer Familie getötet. Bereits am Vortag hatte die Armee Ziele im Südlibanon angegriffen und zahlreiche Brücken zerstört.

Die Hisbollah-Miliz hatte am Mittwoch zwei israelische Soldaten in ihre Gewalt gebracht. Sie fordert die Freilassung Gefangener aus israelischen Gefängnissen. Israel lehnt Gespräche darüber jedoch ab. 2004 wurden unter deutscher Vermittlung 450 arabische Gefangene freigelassen. Im Gegenzug kam ein israelischer Geschäftsmann frei und die Leichen von drei israelischen Soldaten wurden überführt.

Bilderstrecke: Schwere Kämpfe im Grenzgebiet

Israels Botschafter in Deutschland, Schimon Stein, gab der libanesischen Regierung die Hauptverantwortung für die Angriffe der israelischen Armee. Beirut sehe tatenlos zu, wie sich die radikalislamische Hisbollah-Miliz an der Grenze zu Israel mit tausenden Raketen postiere und nun auch dazu übergehe, israelische Soldaten zu entführen, sagte Stein im Deutschlandradio Kultur. „Dass die Hisbollah im Süden des Landes so agiert, als ob sie ein Staat im eigenen Staat ist, ist für uns, und ich glaube auch für die Staatengemeinschaft, inakzeptabel.“

Neben der Front im Norden des Landes zum Libanon setzte das israelische Militär auch seine Angriffe im Gazastreifen fort. Dabei zerstörte die Luftwaffe das Amt des palästinensischen Außenministers Mahmud al-Sahar von der radikal-palästinensischen Hamas.

Israel war vor zwei Wochen wieder in den Gazastreifen einmarschiert, um einen von palästinensischen Extremisten verschleppten Soldaten zu befreien. Seitdem wurden bei verschiedenen Angriffen und Gefechten etliche Menschen getötet; allein am Mittwoch kamen in dem Küstengebiet mindestens 24 Palästinenser ums Leben.

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