Einreisedekret
US-Unternehmen wehren sich gegen Trump

Ausländischen Fachkräften soll das Arbeiten in den USA künftig erschwert werden. Das hat US-Präsident Trump per Dekret verfügt. Facebook, Google und Co. warnen jetzt vor substanziellem Schaden für die Wirtschaft.
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Mit seinem neuen Visa-Dekret hat US-Präsident Donald Trump es nun endgültig geschafft, das halbe Silicon Valley gegen sich aufzubringen. Firmen wie Facebook, Google, Microsoft und Co. haben ein Schreiben bei einem Berufungsgericht im Bundesstaat Virginia eingereicht, in dem sie vor „substanziellem Schaden für US-Unternehmen“ warnen.

Sie beziehen dabei auf das Einreiseverbot für Bürger aus sechs muslimischen Ländern, das Trump Anfang März per Dekret verhängt hatte. Erst am Dienstag hatte der Präsident insbesondere die Tech-Branche Amerikas erneut herausgefordert – mit seinem neuesten Erlass soll die Vergabe von Arbeitsvisa an hoch qualifizierte Ausländer erschwert werden.

Mit ihrem Schreiben gegen Trumps Einwanderungsdekret, machen die Silicon-Valley-Größen ihrem Unmut jetzt Luft. Damit wollte Trump ein Einreiseverbot für die Bürger aus mehrheitlich muslimischen Ländern (Iran, Syrien, Libyen, Somalia, Sudan und Jemen) durchsetzen, das zunächst für 90 Tage gelten soll. Beide Erlasse würden den Tech-Konzernen schaden.

Die setzen allerdings sogar zum großen Teil auf ausländische Fachkräfte. Unter den 500 umsatzstärksten US-Unternehmen würden etwa drei Viertel auf indische Fachkräfte zurückgreifen. Das sagte R. Chandrashekhar, Präsident der indischen IT-Verbands National Association of Software and Services Companies (NASSCOM), der „New York Times“. „Sie spielen eine kritische Rolle dabei, dass die USA ein Jobmotor bleiben“, so Chandrashekhar.

Den Brief für das Verfahren in Virginia unterzeichneten insgesamt 162 Firmen, darunter Technologie-Größen wie Intel, Hewlett Packard, Amazon und Ebay. Auch der Streamingdienst Netflix und die Unternehmen des Milliardärs Elon Musk, SpaceX und Tesla, zählen zu den Unterzeichnern. Start-ups wie Airbnb, Snap und Uber beteiligten sich ebenfalls an dem Protestbrief. Auch im Rechtsstreit um Trumps erstes Einreisedekret hatten im Februar dutzende US-Technologiefirmen Stellung gegen das Vorhaben bezogen.

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  • ...so sind die Firmen gezwungen, wieder mehr auf eigen Ausbildung zu setzen und dies möglichst auf hohem Niveau! Diese Kosten möchten sich die Unternehmen gerne sparen. Da kommt ein billiger Import aus dem Ausland gerade richtig. Das ist der richtige Weg, auch wenn das Geheule deutlich zu hören ist

  • ... im Ergebnis werden die Unternehmen ihre Organisation, ihre Methoden & Tools nur noch schneller hin zu agilen Unternehmen mit standortverteilter, in Projekten organisieren Zusammenarbeit optimieren.
    Es wird also den Gegenteiligen Effekt bewirken.

    ... und während die Schnarchnasen in Deutschland noch über den Fachkräftemangel jammern, bauen die Amerikaner ihre globalen Expertennetzwerke auf und etablieren die neuen globalen Champions, welche die benötigten Services in diesem Umfeld anbieten (Software, Hardware, Global Staffing ....

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