Einreisverbot für Großbritannien
Libanon lässt Hassprediger Bakiri frei

Einen Tag nach seiner Verhaftung in Libanon ist der radikale Moslemprediger Omar Bakri Mohammed wieder frei gelassen worden. Zuvor war bekannt geworden, dass Bakiri nicht mehr nach Großbritannien einreisen darf. In Großbritannien droht ihm auf Grund von Plänen zur Verschärfung der Antiterrorgesetze eine Anklage wegen Hochverrates.

HB BEIRUT. Der libanesische Staatsbürger Bakri lebte in Großbritannien und war vor einer Woche in den Libanon gereist. Die britischen Behörden teilten mit, Bakri dürfe nicht mehr nach Großbritannien einreisen. Eine Sprecherin des britischen Innenministeriums begründete dies damit, Bakri schade dem Gemeinwohl. Nachdem Moslem-Extremisten Anschläge auf das Londoner Nahverkehrssystem verübt hatten, sind in Großbritannien Forderungen nach einem schärferen Vorgehen der Behörden gegen radikale ausländische Prediger lauter geworden.

Aus Justizkreisen in Beirut verlautete, der 46-jährige Bakri sei wieder auf freien Fuß gesetzt worden, weil er nicht gegen das Gesetz verstoßen habe. Bakri war am vergangenen Samstag nach Libanon gereist, nachdem der britische Premierminister Tony Blair seine Pläne zur Verschärfung der Anti-Terror-Gesetze vorgestellt hatte. Blairs Ziel ist es unter anderem, so genannte Hassprediger schneller als bisher ausweisen zu können.

Während Bakri selbst nicht erneut nach Großbritannien einreisen darf, ist seiner Familie Behördenangaben zufolge ein weiterer Aufenthalt in London gestattet. Der syrisch-stämmige Bakri lebte seit 1986 in Großbritannien. Nach dem Londoner Stadtteil, in dem er wohnte, wurde er auch der Ajatollah von Tottenham genannt. Der Prediger unterhielt Verbindungen zum britischen Ableger der radikalen Gruppe Hizb ut-Tahrir. Zudem hatte er enge Kontakte zur Gruppe Al-Muhajiroun, die bekannt wurde, weil sie die Anschläge vom 11. September 2001 begrüßte. Bei den Anschlägen in New York und bei Washington waren etwa 3000 Menschen getötet worden.

Nach den Attentaten in London, bei denen mehr als 50 Menschen getötet wurden, hatte Bakri gesagt, die Anschläge extremistischer Moslems in Großbritannien würden so lange weitergehen, bis die britische Regierung ihre Truppen aus Afghanistan und dem Irak abzieht. Er verurteilte zwar die Tötung von Zivilisten, bezeichnete Anschläge auf britische und US-Soldaten in moslemischen Ländern aber als gerechtfertigt.

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