Einsatz in Mali: Franzosen kämpfen „Mann gegen Mann“

Einsatz in Mali
Franzosen kämpfen „Mann gegen Mann“

Seit der Nacht marschieren die französischen Soldaten in Mali in den umkämpften Norden des Landes vor. Jetzt kommt es angeblich zu ersten direkten Gefechten mit islamistischen Kämpfern bei der Stadt Diabali.
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Paris/Berlin/Göttingen/BamakoIn Mali sind die vorrückenden französischen Bodeneinheiten in Gefechte verwickelt worden. Spezialeinheiten lieferten sich nach Angaben aus Sicherheitskreisen Gefechte mit islamistischen Kämpfern in der Rebellen-Stadt Diabali. Wie aus den Sicherheitskreisen weiter verlautete, lieferten sie sich mit den Islamisten Gefechte "Mann gegen Mann". Einheiten der malischen Armee seien vor Ort.

Eine örtliche Sicherheitsquelle bestätigte die Nahkämpfe zwischen Islamisten und französischen Spezialeinheiten. Die französischen Bodentruppen, die sich zuvor vom Flughafen Bamako aus in Richtung Norden aufgemacht hatten, seien an den Kämpfen aber nicht beteiligt. Sie befänden sich in der Stadt Niono rund 50 Kilometer südlich von Diabali sowie in der noch weiter entfernten Stadt Markala in "Alarmbereitschaft".

Zum Schutz einer strategisch wichtigen Brücke auf dem Fluss Niger in Markala wurde zudem eine französische Einheit entsandt. Diese solle sicherstellen, dass die Islamisten nicht in das Gebiet vordringen könnten, da sie so eine Verbindung zum Süden erhielten, hieß es von Seiten des Militärs.
In der malischen Hauptstadt Bamako hält die Begeisterung über die französische Militärintervention an. Geschäftsleute berichteten am Mittwoch von einem Verkaufsboom für malische und französische Flaggen, die an vielen Häusern der Stadt Seite an Seite hängen. Auch an vielen Autos und zahllosen Mopeds und Motorrädern ist die französische Flagge befestigt.

„Ich bin der französischen Regierung und den Franzosen einfach nur dankbar“, sagte Boubacar Traore (40). „Jetzt haben wir wieder Hoffnung“, so der Händler Fatoumata Keiea. „Wir können Präsident François Hollande nur danken, ... der für eine gerechte Sache eingreift“, meinte Umar Siffiko. „Mein Großvater kämpfte mit den Franzosen während des Zweiten Weltkriegs. Nun zahlt Frankreich auch eine Schuld ab“, sagte Siaka Konate.

Nur die malische Partei SADI, die dem Militär besonders nahe steht, äußerte sich zurückhaltend über das französische Engagement. Parteichef Oumar Mariko betonte am Wochenende, dass vor allem malische und andere afrikanische Truppen den Kampf gegen die Islamisten führen müssten.

Seit der Nacht marschierten die französischen Soldaten von der Hauptstadt Bamako in den von islamistischen Rebellen kontrollierten Norden Malis. Bisher hätten die Soldaten die Hauptstadt Bamako gesichert, die Menschen dort, Franzosen und EU-Bürger, sagte Verteidigungsminister Jean-Yves Le Drian am Mittwoch dem französischen Sender RTL. Deutschland beteiligt sich am internationalen Militäreinsatz in Mali zunächst nur mit zwei Flugzeugen.

Kommentare zu " Einsatz in Mali: Franzosen kämpfen „Mann gegen Mann“"

Alle Kommentare
  • Und was soll das jetzt ?

    Die französiche Nationalhymne ist ein Revolutionslied.
    Die Monarchien Europas wollten damals Frankreich erobern und die alten Verhältnisse wiederherstellen.
    In diesem Kontext steht der Text dieses Liedes!

    Was hat das nun mit Mali zu tun ?

  • ZITAT
    Sie werden also immer Leute finden die hingehen..

    Ja, aber z.B. auch weil man den Menschen in Mali helfen möchte !

  • Und trotzdem ist die UNO das einzige war wir zur Zeit haben ...

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