Einsatz
Nato verstärkt Libyen-Luftkrieg

Mit dem Einsatz von Kampfhubschraubern erhöht die Nato den Druck auf den libyschen Machthaber Muammar Gaddafi. Die Piloten nahmen Militäreinrichtungen in der Nähe von Brega ins Visier, wo sich Gaddafi-Truppen verschanzt haben.
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TripolisIn dem festgefahrenen Konflikt griffen britische und französische Helikopter erstmals Ziele in den nordafrikanischen Land an. Die Piloten nahmen Militäreinrichtungen in der Nähe der östlichen Ölhafenstadt Brega ins Visier, wo sich Gaddafi-Truppen verschanzt haben. In der Hauptstadt Tripolis waren zudem mindestens sechs schwere Explosionen sowie Fluglärm zu hören. Es blieb zunächst unklar, welche Ziele getroffen wurden.

„Solange Gaddafi seine Macht über sein Volk missbraucht, werden wir unsere Bemühungen verstärken, ihn daran zu hindern“, sagte der britische Außenminister William Hague am Samstag in der Rebellenhochburg Benghasi. US-Präsident Barack Obama drängt unterdessen Deutschland einem Bericht zufolge zu einem stärkeren Engagement in der arabischen Welt - einschließlich Libyen.

Die Hubschrauberattacken seien aber kein Vorlauf für einen Einsatz von Bodentruppen, betonte die Nato. Mit den niedriger als Kampfjets fliegenden Helikoptern sollen demnach genauere Luftschläge erzielt werden. Militärexperten sehen allerdings ein erhöhtes Risiko, dass die Nato erstmals seit Beginn ihrer Kampagne im März selbst Opfer erleiden könnte. Die Helikopter sind deutlich anfälliger für einen Beschuss vom Boden.
Der Kampf der Rebellen gegen Gaddafi ist zuletzt ins Stocken geraten. Der Machthaber scheint sich in Tripolis verschanzt zu haben, wohin die Rebellen bisher nicht vordringen konnten. Bei ihnen traf der Einsatz der Kampfhubschrauber auf Zustimmung.

„Wir begrüßen alle Maßnahmen, die den Rückzug Gaddafis und seines Regimes beschleunigen“, sagte ein Vertreter der Aufständischen in Benghasi. Dort wurde der britische Außenministers von Bewohnern mit Siegeszeichen begrüßt. Obama sagte in einem Interview des Berliner „Tagesspiegels“ (Montagausgabe) laut Vorabmeldung: „Ich freue mich auf die Diskussion mit der Kanzlerin, wie wir gemeinsam noch mehr tun können, um effektiver auf die Veränderungen in der Region zu reagieren, inklusive Libyen.“

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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