Einschaltung der UN könnte verhindert werden
Europäer erzielen Einigung mit Iran im Atomstreit

Der Iran hat sich EU-Diplomaten zufolge im Streit um sein Atomprogramm mit Deutschland, Frankreich und Großbritannien auf einen vorläufigen Kompromiss verständigt. Mit dieser Einigung könnte der Iran drohende Sanktionen der Vereinten Nationen (UN) abwenden.

HB TEHERAN. Im Rahmen der vorläufigen Einigung würde der Iran die umstrittene Urananreicherung bis zu einem endgültigen Wirtschafts- und Technologieabkommen mit der Europäischen Union (EU) aussetzen, hieß es am Sonntag in EU-Diplomatenkreisen. Vertreter des Irans und der EU hatten drei Tage lang in Paris über eine Lösung des Atomstreits beraten.

Die USA werfen dem Iran vor, hinter seinem Atomprogramm den Bau von Waffen zu verbergen, da angereichertes Uran zur Herstellung von Atomwaffen genutzt werden kann. Der Iran beharrt dagegen darauf, dass das Programm nur der Stromerzeugung dient. Die Internationale Atomenergie-Behörde IAEA hat dem Land eine Frist bis zum 25. November gesetzt, um die Uran-Anreicherung zu stoppen. Ansonsten könnte die IAEA den Fall an den UN-Sicherheitsrat überweisen, der Sanktionen gegen das Land verhängen könnte.

„Die Verhandlungen waren sehr schwer und kompliziert, aber wir haben eine vorläufige Vereinbarung auf der Ebene der Experten erzielt“, sagte der iranische Delegationsleiter Hossein Musawian am Sonntag im iranischen Fernsehen. Wenn die Regierungen zustimmten, werde die Einigung in den kommenden Tagen offiziell verkündet. Musawien sagte, der Iran habe der Aussetzung der Urananreicherung zugestimmt. Die Dauer der Aussetzung werde von der Regierung in Teheran bestimmt. Zuvor hatte Musawien von einem Zeitraum von sechs Monaten gesprochen.

EU-Diplomaten zufolge wird im provisorischen Abkommen kein Zeitraum genannt. Die Aussetzung werde jedoch bis zum endgültigen Abkommen mit der EU aufrechterhalten. Dieses Abkommen werde die Unterstützung des iranischen Atomprogramms für Energiegewinnung und die Wiederaufnahme der Handelsgespräche beinhalten.

Offiziell sprachen EU-Vertreter allerdings zunächst nicht von einer Einigung. „Die Gespräche wurden nach wesentlichen Fortschritten beendet“, sagte die Sprecherin des außenpolitischen Koordinators der EU, Javier Solana. „Sie kamen einer vorläufigen Übereinkunft nahe“, fügte sie hinzu.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%