Einschneidende Änderung durch Sepa: Im Zahlungsverkehr beginnt eine neue Ära

Einschneidende Änderung durch Sepa
Im Zahlungsverkehr beginnt eine neue Ära

Ab dem 28. Januar gibt es in Europa einen gemeinsamen Zahlungsraum. Die Änderungen vollziehen sich fast unbemerkt von der breiten Öffentlichkeit. Dennoch sind sie fast so einschneidend wie bei der Einführung des Euros 2002.

FRANKFURT. Am kommenden Montag werden in einigen Banken und Notenbanken Europas die Sektkorken knallen. Denn nach mehr als einem halben Jahrzehnt der Vorbereitungen ist es endlich soweit: Der einheitliche europäische Zahlungsverkehrsraum, genannt "Sepa (Single Euro Payments Area)", wird Realität - zumindest in Teilen. Am 28. Januar können Verbraucher und Unternehmen die ersten Sepa-Überweisungen tätigen. "Ich werde mich gemeinsam mit den Kollegen mit einem Glas Champagner vor den Bildschirm setzen. Ich bin neugierig, wie viele Transaktionen uns am ersten Tag erreichen", sagt etwa Manfred Fleckenstein, Chef des Global Cash Management bei Dresdner Kleinwort, der Investmentbanking-Sparte der Dresdner Bank.

Sepa beendet die Fragmentierung des europäischen Zahlungsverkehrs durch nationale Grenzen. Ab Montag bilden die 27 EU-Staaten sowie Norwegen, Island, Liechtenstein und die Schweiz einen einheitlichen Euro-Zahlungsraum mit 330 Millionen Menschen. Sie können künftig ihren gesamten Euro-Zahlungsverkehr über ein beliebiges Konto in Europa abwickeln. Nach der Überweisung folgen schrittweise die anderen beiden wichtigsten bargeldlosen Zahlungsinstrumente: Lastschrift und Karte. Im Euro-Raum wären damit 85 Prozent aller bargeldlosen Transaktionen abgedeckt. Für die Banken bedeutet Sepa zusätzliche Konkurrenz: Italienische Genossenschaftsbanken, deutsche Sparkassen oder niederländische Privatbanken - sie alle werden in unmittelbarem Wettbewerb zueinander stehen.

Anders als die Einführung des Euro-Bargelds 2002 geschieht der Eintritt in diese neue Ära des Zahlungsverkehrs fast unbemerkt von der breiten Öffentlichkeit, aber für viele Banken ist er ähnlich aufwendig. Denn es geht um einen riesigen Markt: Jährlich werden in den EU-Ländern 74 Mrd. bargeldlose Zahlungen abgewickelt - mehr als ein Drittel des weltweiten Volumens. Die Banken haben je nach Größe ein- bis zweistellige Millionenbeträge investiert, um ihre IT auf den einheitlichen Zahlungsverkehr in Europa umzustellen.

Ursprünglich angestoßen durch den Druck der EU-Kommission, die Preise für grenzüberschreitende Euro-Transfers zu senken, ist Sepa in seiner heutigen Form entscheidend das Verdienst der europäischen Kreditwirtschaft. Sie hatte im Juni 2002 den "European Payments Council" (EPC) als Entscheidungsgremium ins Leben gerufen, um Sepa voran zu bringen. Darin sind die großen europäischen Banken und nationalen Bankenverbände vertreten. Das Gremium hat einheitliche Verfahren und Standards erarbeitet und koordiniert die praktische Umsetzung.

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