Einschränkungen
Managergehälter: Bankchefs sollen bluten

Die Manager an der Wall Street bekommen in der Finanzkrise den wachsenden Unmut über Millionenboni zu spüren. Gegen den Widerstand der Regierung von US-Präsident Barack Obama hat der Kongress die geplanten Beschränkungen für Managergehälter deutlich verschärft. Bundeskanzlerin Merkel kann sich Ahnliches vorstellen.

ben/NEW YORK. Die Regelung der Managergehälter ist Teil des 787 Mrd. Dollar schweren Konjunkturprogramms, das Obama nach langer Debatte mit dem Kongress am Dienstag in Denver unterzeichnen will.

„Die Wall-Street-Manager haben sich auf Kosten der Steuerzahler bereichert und unterminieren damit das Vertrauen der Öffentlichkeit“, sagte der demokratische Abgeordnete und Autor des Passus, Christopher Dodd. Ähnlich argumentieren Politiker in vielen Ländern. Bundeskanzlerin Angela Merkel will das Thema beim G20-Gipfel in London ansprechen: „Es ist unverständlich, dass Banken, denen der Staat unter die Arme greift, in vielen Fällen riesige Bonussummen auszahlen“, sagte Merkel im „Spiegel“. Sie forderte, das Bonussystem müsse „international klarer an den wirklich nachhaltigen Erfolg gekoppelt werden“.

In den USA gelten die neuen Einschränkungen für alle Firmen rückwirkend und treffen mehr Führungsebenen als bislang geplant. In Zukunft können Boni nur in Aktien gezahlt werden und dürfen nicht mehr als 50 Prozent des Grundgehalts betragen.

Zudem wird den Konzernen nun erlaubt, die Staatshilfen aus eigenen Mitteln zurückzuzahlen. Bislang mussten sie bei Rückzahlung der Gelder im gleichen Umfang privates Kapital aufnehmen. Experten befürchten, die 2008 mit Steuermilliarden gestützten US-Großbanken könnten nun im Wettbewerb um Talente das Nachsehen haben. „Das Gesetz wird nicht funktionieren. Jeder kluge Manager wird so schnell wie möglich die Staatshilfen zurückzahlen oder die Stelle wechseln“, sagte James Reda, Gehaltsberater in New York. Befürchtet wird jetzt, die Banken könnten die Hilfen zu früh zurückzahlen. Damit könnten sie sich bei einer Verschärfung der Krise selbst schwächen und die ursprüngliche Intention der Staatshilfen ins Gegenteil verkehren.

Die Restrukturierung der angeschlagenen US-Autobranche soll nach den Plänen von Obama eine Task-Force kontrollieren. Wie ein Regierungsvertreter am Sonntag sagte, beauftragte Obama US-Finanzminister Timothy Geithner und Wirtschaftsberater Lawrence Summers mit der Leitung des Arbeitsstabs. Zudem soll Geithner die Vergabe von Finanzhilfen an die Autobauer überwachen.

Damit verabschiedet sich Obama von früheren Plänen einer staatlichen Aufsicht in Gestalt eines Auto-Zaren. Der „Auto-Zar“ sollte vom Präsidenten ernannt werden und zahlreiche Befugnisse haben.

Am Dienstag müssen GM und Konkurrent Chrysler dem US-Kongress ein Sanierungskonzept vorlegen, um Rechenschaft über die bislang erhaltenen staatlichen Milliardenkredite abzulegen.

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