Einwanderung
Illegale: Konfliktstoff für Europa

Die Länder der EU wirken wie ein Magnet auf illegale Migranten. Deshalb macht sich Europa zur Festung und streitet über die Verteilung der Kosten. Schon 2006 setzte sich der finnische EU-Vorsitz für eine Lastenteilung ein - doch vor allem Deutschland lehnt die Aufnahme von Flüchtlingen aus dem Mittelmeerraum ab.

MAILAND. Auf den Flüchtlingsstrom an Italiens Küsten regiert das Mittelmeerland mit immer härteren Maßnahmen. Vor allem das Vorgehen auf der Insel Lampedusa, Flüchtlinge umgehend in Booten nach Libyen zurückzuschicken, stößt in der italienischen Opposition und bei internationalen Organisationen auf Kritik.

Die Regierung in Rom will das Thema jetzt offenbar internationalisieren: Innenminister Roberto Maroni hat die Einwanderung neben der organisierten Kriminalität und Internetverbrechen ganz oben auf die Tagesordnung des G8-Vortreffens der Justiz- und Innenminister gesetzt, das am 29. und 30. Mai in Rom stattfindet. Denn Italien fühlt sich bei der Immigration von anderen europäischen Ländern im Stich gelassen: "Europa schwätzt viel zum Thema Immigration, lässt aber dann die einzelnen Länder alleine", sagte der Minister vergangene Woche.

Maroni sieht keinen Grund, sich von seiner Politik in Lampedusa abbringen zu lassen, die Flüchtlinge noch vor Betreten des italienischen Bodens wieder nach Libyen zu schicken. Die Regierung habe damit "ein großartiges Ergebnis unter völliger Einhaltung der Regeln" erreicht, sagte Maroni gestern. Seit dem Inkrafttreten dieser Abschiebungspolitik am 7. Mai sei "bis heute kein Boot mehr in Italien angekommen", erklärte der Minister. Er sieht die Kritik nicht zuletzt politisch motiviert: "Wir haben 500 illegale Einwanderer zurückgeschickt und stehen deshalb auf dem Index. Spanien hat 10 000 zurückgeschickt, aber das ist okay, weil dort eine sozialistische Regierung im Amt ist."

In Italien leben rund 4,3 Millionen legale Einwanderer aus Ländern außerhalb der EU. Hinzu kommen schätzungsweise 700

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