Einwanderungspolitik
Briten verlangen Eintrittsgeld für Migranten

Afrikanische Fußballstars, australische Zahnärzte, philippinische Krankenschwestern - Nicht-EU-Bürger, die ab 1. April legal in Großbritannien arbeiten wollen, müssen zusätzlich zu den Gebühren für das Visum eine "Einwanderersteuer" in Höhe von 50 Pfund bezahlen.

LONDON. Damit will die Regierung einen Fonds für "vorübergehende Integrationskosten" schaffen. Das teilte die Ministerin für Lokales und Gemeinden, Hazel Blears mit.

Immigrationsgegner kritisieren das Eintrittsgeld als Propagandamaßnahme. "Das ist ein Tropfen im Ozean", sagt Sir Andrew Green, Direktor der Lobbygruppe "Migration Watch". Auch wenn der Fonds die geplanten 35 Mio. Pfund im ersten Jahr einbringe, decke er nur sieben Prozent der Extrakosten der Immigration ab. Dabei sei nicht mitgerechnet, dass wegen der Einwanderung alle sechs Minuten eine neue Wohnung bereitgestellt werden müsse.

"In 20 Jahren wird unsere Bevölkerung 70 Millionen erreichen. 70 Prozent dieses Zuwachses gehen auf Kosten der Immigration", sagt Green. Großbritannien ist das einzige Land in Europa, das gleichzeitig eine stabile Geburtenrate und eine überdurchschnittlich hohe Immigration hat.

Blears Ministerium wollte die finanziellen Einzelheiten heutenicht erläutern. Im ersten Jahr müssten 700 000 Einwanderer die Gebühr bezahl, um 35 Mio. Pfund einzubringen. Laut Nationalem Statistikamt betrug die Zahl der Nicht-EU-Einwanderer bis September 2008 aber nur 455 000 - und die Zahl sinkt wegen der Verschärfung der Einreisebedingungen.

Die Proteste gegen ausländische Arbeiter und die Forderung nach "britischen Jobs für britische Arbeiter" haben in Großbritannien die Angst vor Rechtsextremismus geschürt - vor allem mit Blick auf die Europawahlen im Juni. Der frühere Labour-Einwanderungsminister Jim Murphy sprach von einem neuen "Rezessions-Rassismus".

Mehr als zwei Millionen Menschen sind in Großbritannien arbeitslos, aber schätzungsweise 750 000 illegale Einwanderer halten die Schwarzwirtschaft in Schwung. Im französischen Calais, von wo aus die Fähre auf die Insel startet, warten rund 1 800 Migranten auf die illegale Einreise. Ihre Behandlung führte zu neuen anglo-französischen Spannungen, als Frankreichs Einwanderungsminister Eric Besson die Ankündigung seines britischen Amtskollegen Phil Woolas dementierte, wonach beide Länder gemeinsam ein Auffangzentrum in Calais einrichten wollten. Laut Woolas sollte dies erleichtern, die Migranten in ihre Ursprungsländer zurück zu bringen.

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