Einzelhaft weiter erlaubt
US-Armee verbietet Zwangsverhöre im Irak

Als Reaktion auf die weltweite Kritik an Folter und Misshandlungen irakischer Gefangener durch US-Soldaten hat der oberste Kommandeur der US-Truppen in Irak, Ricardo Sanchez, jegliche Form von Gewaltanwendung bei Verhören verboten. Das berichtet die "New York Times" am Samstag.

HB BERLIN. Irakische Gefangene dürften nun nicht mehr dazu gezwungen werden, über einen längeren Zeitraum in Hockstellung zu verharren oder stundenlange Befragungen ohne Schlaf durchzustehen. Allerdings erlaube Sanchez weiterhin eine mehr als 30-tägige Einzelhaft für irakische Gefangene in US-Gefängnissen, schreibt das Blatt. Der General habe seit Oktober vergangenen Jahres rund 25 Mal diese Verhörpraxis in Einzelfällen gebilligt.

"Härtere Maßnahmen" lehne Sanchez seit Bekanntwerden des Folterskandals jedoch ab, sagte ein Sprecher der US-Armee dem Blatt. "Wir gucken uns entsprechende Anfragen noch nicht einmal an."

Sanchez hatte demnach vor der Affäre um Misshandlungen "bestimmte Verhörtechniken" wie etwa Schlafentzug auf spezielle Anfrage hin erlaubt. Er stellte die neuen Richtlinien in Washington vor. Laut der "New York Times" beziehen die sich allerdings nur auf US-Gefängnisse in Irak – nicht aber auf die in Afghanistan oder auf der kubanischen Halbinsel Guantanamo.

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