Einzige noch arbeitende Klinik in Hauptstadt angegriffen
Situation in Haiti eskaliert

Anhänger des haitianischen Präsidenten Aristide haben in der belagerten Hauptstadt Port-au-Prince die einzige noch arbeitende Klinik angegriffen. Sie vermuteten dort Rebellen. Die USA schickten 500 geflohene Haitianer zurück.

HB BERLIN. Die Lage in der von Rebellen belagerten haitianischen Hauptstadt Port-au-Prince ist in der Nacht zum Samstag außer Kontrolle geraten. Anhänger des umstrittenen Präsidenten Jean-Bertand Aristide errichteten im Stadtzentrum brennende Barrikaden, plünderten und griffen das einzige Krankenhaus der Stadt an, das seinen Betrieb noch nicht eingestellt hat.

Nach Rundfunkberichten suchten die Anhänger des Präsidenten in der Privatklinik Canape Vert nach Oppositionellen. «Wir rufen Präsident Aristide dringend auf, seine Anhänger zum Ende der Gewalt zu bewegen», heißt es in einem Schreiben der US-Botschaft, die den Angriff auf die Klinik bestätigte. Die Regierung in Washington forderte alle US-Bürger in Haiti, sich in Sicherheit zu bringen.

Die USA sandten am Samstagmorgen Schiffe der eigenen Küstenwache vor die Insel, um zu verhindern, dass haitianische Flüchtlinge versuchten, in den USA anzulanden. Mehr als 500 von ihnen wurden bereits zurück nach Haiti gebracht.

Trotz der eskalierenden Situation wies Aristide jede Rücktrittsforderung zurück. In einem Interview mit dem Sender CNN sagte er: «Als gewählter Präsident habe ich die Verantwortung, hier zu bleiben.» Er forderte erneut ein kleines Kontingent internationaler Soldaten, um den Vormarsch der Rebellen auf die Hauptstadt zu stoppen.

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