Eisenbahner
Nun wird in Frankreich auch noch gestreikt

Ein Streik der französischen Eisenbahner hat am Montag zahlreiche Pendler im ganzen Land außer Gefecht gesetzt.

HB PARIS. Die Regierung gerät damit unter zusätzlichen Druck, nachdem sie wegen anhaltender Unruhen in vielen Großstädten den Ausnahmezustand verhängt hat. Die staatliche Eisenbahngesellschaft SNCF teilte mit, sie rechne damit, dass nur 40 Prozent der TGV- Hochgeschwindigkeitszüge fahren könnten und etwa ein Viertel der Regionalzüge fahrplanmäßig verkehrten. Die internationalen Eurostar- und Thalys-Züge dürften weitgehend von den Auswirkungen des Streiks verschont bleiben.

In dem zunächst auf 24 Stunden befristeten Arbeitskampf geht es vor allem um eine von den Gewerkschaften befürchtete Privatisierung der SNCF nach dem Beispiel der großen Energieversorger des Landes. Mehrfache Versicherungen von Verkehrsminister Dominique Perben, dass es keine Pläne zum Verkauf der Bahn gebe, wiesen die Gewerkschaften als unzureichend zurück. Ein Brief des Ministers enthalte keine ausreichenden Garantien, argumentierte der für die Eisenbahner zuständige Zweig der Force Ouvriere.

Die Gewerkschaft geht davon aus, dass sich 70 bis 80 Prozent der 165 000 französischen Eisenbahner an dem Ausstand beteiligen. Weitere Streiks werden am Mittwoch bei den Pariser U-Bahnen und Vorortzügen erwartet. Zur Aufbesserung der Haushaltskasse treibt die französische Regierung die Privatisierung von Staatsbetrieben voran. Am Montag erst erlebte der Stromversorger EdF sein Börsendebüt, nachdem der Gaskonzern Gaz de France im Sommer an die Börse gebracht worden war.

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