Eklat um Nazi-Vergleich
Berlusconi: Habe mich nicht entschuldigt

Italiens Ministerpräsident Silvio Berlusconi hat sich nach eigenen Worten nicht für seinen Nazi-Vergleich entschuldigt. „Ich habe keine Entschuldigung abgegeben“, sagte Berlusconi am Freitag in Rom.

Reuters BERLIN. „Ich habe von meiner Trauer über einen Kommentar gesprochen, der schlecht interpretiert wurde, aber nur als ironischer Kommentar gemeint war“, sagte er mit Blick auf sein Telefonat mit Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) am Donnerstagabend. Schröder hatte den Eklat nach dem Telefonat der beiden Regierungschefs am Donnerstagabend für erledigt erklärt.

Er sagte, Berlusconi habe ihm sein Bedauern für die Wortwahl ausgedrückt. Regierungssprecher Bela Anda sagte am Freitag, dies sei zu Recht als Entschuldigung verstanden worden.

Der italienische Regierungschef hatte am Mittwoch bei seinem ersten Auftritt als EU-Ratspräsident vor den deutschen SPD-Abgeordneten Martin Schulz in Zusammenhang mit einem KZ-Aufseher gebracht. Schröder hatte daraufhin eine Entschuldigung gefordert.

Die Bundesregierung hatte zuvor bekräftigt, nach dem Telefonat von Bundeskanzler Schröder mit Berlusconi nicht auf einer offiziellen Entschuldigung des italienischen Ministerpräsidenten zu bestehen. Das Bedauern, das Berlusconi wegen seines Nazi-Vergleichs dabei geäußert habe, sei allgemein als Entschuldigung verstanden worden, sagte Regierungssprecher Bela Anda in Berlin. „Alles andere sind semantische Überlegungen“, fügte er hinzu. Außenminister Joschka Fischer sagte in Brüssel: „Für uns - der Bundeskanzler hat das gestern gesagt - ist mit der Entschuldigung Berlusconis die Sache abgeschlossen.“

Zur Forderung des Europa-Abgeordneten Schulz nach einer offiziellen Entschuldigung Berlusconis erklärte Anda, es sei jetzt Sache des Europäischen Parlaments, wie damit weiter umgegangen werde. Der stellvertretende Europaparlaments-Präsident Ingo Friedrich (CSU) forderte Berlusconi auf, sich beim Europaparlament zu entschuldigen.

Berlusconis Äußerungen fielen im Anschluss an ein Treffen der italienischen Regierung mit der EU-Kommission. Berlusconi, der seit dem 1. Juli für sechs Monate den EU-Ratsvorsitz führt, und Prodi betonten ihre Absicht, eng zusammenarbeiten zu wollen. Man sei entschlossen, bis Jahresende die Arbeiten an der EU-Verfassung abzuschließen, sagte Prodi. „Die Zusammenarbeit wird nur positive Ergebnisse hervorbringen können“, unterstrich Berlusconi.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%