El-Kaida bekennt sich
Ägyptischer Diplomat tot

Nach eigener Darstellung hat die Extremisten-Organisation El-Kaida den vor einigen Tagen im Irak entführten ägyptischen Chef-Diplomaten getötet. Im Internet verbeitete das Terrornetzwerk eine warnende Botschaft.

HB KAIRO/DUBAI. Ihab al-Scherif habe eine „tyrannische, mit den Feinden des Islam verbündete Regierung“ repräsentiert, hieß es in der im Internet verbreiteten Erklärung. Das ägyptische Außenministerium bestätigte den Tod. Sherif habe sein Leben durch die Hände von Terroristen verloren, die angeblich dem Islam folgten, hieß es. Die Regierung in Kairo bekräftigte, der Tod Scherifs werde nichts an Ägyptens Engagement für den Irak ändern.

Sarkauis Gruppe veröffentlichte ein Video, in dem der Diplomat zu sehen war, die Tötung allerdings nicht. Scherif war am Samstag in Bagdad entführt worden. Es war der Beginn einer Anschlagserie auf Diplomaten moslemischer Ländern. Die Gruppe um den Jordanier Sarkaui hat bereits mehrere Ausländer entführt und getötet, darunter zwei US-Bürger und einen Briten. Sie zählt zu den Anführern des Aufstands im Irak.

„Wir, die El-Kaida im Irak, verkünden, dass das Gottesurteil gegen den Botschafter der Ungläubigen, den Botschafter Ägyptens, vollstreckt worden ist“, hieß es in der Internet-Erklärung. Die irakische Regierung sprach der Familie Scherifs ihr Mitgefühl aus. „Falls dies war sein sollte, verurteilen wir es voll und ganz und es offenbart das hässliche Gesicht des Netzwerkes, das nicht aus Irakern besteht, sondern aus Ausländern, die in den Irak kommen, um Chaos zu verbreiten und die Menschen als Ungläubige zu titulieren“, sagte ein Regierungssprecher.

In Kairo sagte Scherifs 19-jährige Tochter Andschi weinend zu Journalisten: „Wir sind überrascht, dass dies geschehen ist. Wir sind Moslems und er war in einem arabischen Land.“ Ihr Vater habe ihr gesagt, dass sie deswegen keine Angst haben müsse. Scherif war am Samstag von bewaffneten Männern auf offener Straße in Bagdad in ein Auto gezwungen worden. Nach Angaben der irakischen Regierung wollte Ägypten ihn in Kürze den vollen Titel eines Botschafters verleihen.

Pakistan hatte am Dienstag seinen Botschafter abgezogen, nachdem dieser in seinem Auto beschossen worden war. Der Gesandte Bahrains war offenbar bei einem Entführungsversuch durch einen Schuss in die Hand verletzt worden. El-Kaida hatte entsprechende Anschläge zuvor angekündigt. Die Regierungen in Washington und Bagdad haben die Diplomaten aufgefordert, den Irak trotz der Drohungen nicht zu verlassen.

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