El-Kaida-Botschaft
Muslime sollen Deutschland boykottieren

Die Nummer zwei des Terrornetzwerkes El Kaida, Aiman al-Sawahiri, heizt den Streit um die Mohammed-Karikaturen neu an. Der Bin-Laden-Stellvertreter forderte jetzt in einer Videobotschaft, die Beleidigung des Propheten mit Anschlägen in westlichen Ländern zu vergelten. Auch Deutschland wurde in der Aufzeichnung genannt.

HB KAIRO. Angriffe auf den islamischen Propheten Mohammad seien Teil einer von den USA angeführten "Kreuzzugskampagne", sagte al-Sawahri auf einem im Internet verbreiteten Video, das auch vom arabischen Fernsehsender al-Dschasira ausgestrahlt wurde. Al-Sawahiri rief zu Anschlägen gegen den Westen auf. Dabei sollten die Anschläge in New York und London Vorbilder sein. Zudem wurden Moslems aufgefordert, Länder wie Deutschland, Dänemark oder Frankreich wegen Beleidigung des Propheten zu boykottieren.

Die Glaubhaftigkeit der Sprachaufzeichnung konnte zunächst nicht geklärt werden. Allerdings wurde die Botschaft auf einer Internetseite veröffentlicht, die häufig von islamistischen Gruppen genutzt wird.

Die umstrittenen Mohammed-Zeichnungen waren im vergangenen Jahr erstmals in Dänemark veröffentlicht worden und im Januar in mehreren europäischen Zeitungen nachgedruckt worden, darunter auch in Deutschland. Die Karikaturen hatten in zahlreichen moslemischen Ländern teils gewaltsame Proteste ausgelöst, bei denen Dutzende Menschen starben.

Zudem attackierte al-Sawahiri erneut die USA. Die neuen Bilder über Misshandlungen im irakischen Gefängnis Abu Ghoreib machten die „Lügen und kriminellen Handlungen der Amerikaner“ deutlich. Der Westen bestehle die arabischen Völker, besetzte ihr Land und beleidige die Muslime, berichtete der US-Nachrichtensender CNN unter Berufung auf das Video.

Die radikalislamische Hamas forderte al-Sawahiri auf, die von der palästinensischen Autonomiebehörde mit Israel geschlossenen Friedensvereinbarungen nicht anzuerkennen. Die jetzige Autonomiebehörde habe die Palästinenser für „Brosamen“ verkauft. Die Hamas hatte bei den Parlamentswahlen im Januar die absolute Mehrheit erreicht.

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