El Kaida im Irak
Wie starb Abu Mussab el Sarkawi?

Ein Iraker behauptet, der dortige El-Kaida-Chef Abu Mussab el Sarkawi sei nicht bei der Bombardierung seines Unterschlupfs umgekommen, sondern von US-Soldaten zu Tode getreten worden. Mit einer Autopsie wollen die Streitkräfte diese Aussage widerlegen. Die Gewalt geht derweil weiter. Angeblich hat El Sarkawi kurz vor seinem Tod noch hunderte Schläfer in die Welt ausgeschickt, auch nach Europa.

HB BAGDAD. Amerikanische Gerichtsmediziner haben am Sonntag die Obduktion der Leiche abgeschlossen. Ein Armeesprecher sagte in Bagdad, die Ergebnisse lägen ihm aber noch nicht vor. Generalmajor William Caldwell hatte die Bekanntgabe der Resultate zuvor für Montag in Aussicht gestellt. El Sarkawi wird für einen großen Teil der Gewalt verantwortlich gemacht, die den irak seit dem Einmarsch der US-geführten Truppen im März 2003 erschüttert. El Kaida hatte erklärt, Sarkwis Tod sei ein Ansporn für umso heftigere Gewalt.

El Sarkawi war nach US-Angaben entgegen ersten Darstellungen bei dem gezielten Luftangriff in der Nähe von Bakuba am Mittwoch nicht sofort ums Leben gekommen. Der Verletzte sei demnach von irakischen Soldaten aus den Trümmern seines bombardierten Verstecks gezogen und auf eine Trage gelegt worden. Beim Eintreffen der amerikanischen Soldaten sei er bei Bewusstsein gewesen, aber kurze Zeit später gestorben.

Die Schilderung eines Irakers hatte die Todesumstände El Sarkawis allerdings in ein ganz anderes Licht gerückt. Der Mann sagte AP Television News am Freitag, er habe gesehen, wie US-Soldaten eine verletzten Person getreten hätten, die El Sarkawi ähnlich gesehen habe. Der Mann, der sich Mohammed nannte, sagte weiter, die US-Soldaten hätten den Kopf des Mannes mit einem Gewand umwickelt und seien dann auf dem Bauch und der Brust des Verletzten herumgetrampelt, bis er tot gewesen sei. Die Zeitung „Washington Post“ brachte eine ähnliche Schilderung des Irakers. Aussagen anderer Zeugen gibt es dazu allerdings nicht.

Dass die Gewal tmit dem Tod El Sarkawis abflaut, ist unwahrscheinlich. Laut eines Zeitungsbericht hat der irakische El-Kaida-Chef in der Zeit vor seinem Tod hunderte Extremisten rekrutiert, die nach einer Ausbildung im Irak nun in ihren Heimatländern auf Anweisungen für Anschläge warteten. Diese etwa 300 Personen hätten El Sarkawi und seine Helfer zusätzlich zu denen angeworben, die für Anschläge im Irak vorgesehen seien, berichtete die US-Zeitung „New York Times“ in ihrer Sonntagsausgabe unter Berufung auf hochrangige Mitarbeiter von Sicherheits-Behörden in Jordanien. Die Zeitung zitierte zudem ein ehemaliges Mitglied des Nationalen US-Sicherheitsrates, Steven Simon, mit den Worten, nach seiner Einschätzung könne der nächste Schritt sein, dass die Netzwerke nun mobilisiert würden, um Europäer anzugreifen.

Es sei das erste Mal, das konkrete Zahlen über den Umfang von El Sarkawis Rekrutierungen bekannt geworden seien, hieß es in dem Blatt. Zwar hätten auch US-Experten Bewegungen von im Irak ausgebildeten Extremisten zurück in ihre Heimatländer registriert. Allerdings sei man von einer deutlich geringeren Zahl ausgegangen.

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