El-Kaida-Terror
Immer wieder der Elfte

El Kaida überzieht Nordafrika und Nahost mit Terror. Fast täglich explodieren Bomben. Zuletzt traf es Marokko und Algerien. Auch der heutige Anschlag am Donnerstag im irakischen Parlament soll auf das Konto der Extremistenorganisation gehen. Experten warnen vor einem Übergreifen der Gewalt auf Europa und verweisen auf ein besonderes Muster.

HB BAGDAD/PARIS. Marokko, Algerien, Irak: Terroranschläge islamistischer Extremisten haben in den vergangenen Tagen zahlreiche Menschenleben gekostet. Auch hinter dem Selbstmordanschlag vom Donnerstag im streng gesicherten Regierungsviertel Bagdads mit acht Toten soll nach Aussage des US-Armee-Sprechers William Caldwell El Kaida stecken.

Dem US-Nachrichtenmagazin „Time“ zufolge liegt ein Bekennerschreiben vor, das einer Stunde nach der Explosion auf der Website „muslim.net“ veröffentlich worden sei. Die von El Kaida kontrollierte Organisation „Islamic State in Iraq“ (Islamischer Staat im Irak) bezeichnete den Anschlag darin als eine „Botschaft an alle“, „die mit den Besatzern und ihren Agenten zusammenarbeiten“.

Der zunehmende Terror in Marokko, Algerien und Nahost gibt auch der Angst vor Anschlägen in Europa neue Nahrung. Besonders in Frankreich, wo in wenigen Wochen ein neuer Staatspräsident gewählt wird, wächst die Beunruhigung. „Wir sind extrem wachsam. Das Land sieht sich mit einer vielfältigen terroristischen Bedrohung konfrontiert“, sagte Innenminister François Baroin am Donnerstag. Die Alarmstufe wurde zwar nicht erhöht, sieht steht weiterhin bei „Rot“, dem zweithöchsten Rang. Aber nach Angaben Baroins wurden die Regionalbehörden aufgerufen, ihre Aufmerksamkeit „zu verdoppeln“.

Der nationalistische Kandidat Philippe de Villiers (MPF) erinnerte an die Anschläge am 11. März 2004 in Madrid, nur Tage vor der dortigen Parlamentswahl. „Wie weit ist es von einer Al Kaida im Maghreb bis zu einer Al Kaida in Frankreich?“ fragte er und forderte ein Verbot aller islamisch-fundamentalistischen Gruppen.

Die jüngsten Anschläge haben allerdings gezeigt, dass weder ein hartes Vorgehen noch Bemühungen um eine Annäherung an gewaltbereite Bewegungen die Gefahr verringern. In Algerien wurden militante Muslime radikal bekämpft, Aussteigern wird inzwischen eine Amnestie gewährt. Im benachbarten Marokko wurden tausende Terrorverdächtige festgenommen. Im Irak führte selbst die massive Aufstockung von amerikanischen und irakischen Truppen in Bagdad nicht zu mehr Sicherheit und Stabilität.

Die Regierungen beider Staaten sich über mögliche Verbindungen der El Kaida zu den Anschlägen aus. Doch die Handschrift der Terrorgruppe scheint offensichtlich. Vor allem das Datum, der 11. April, nährt die Vermutung einer symbolischen Verbindung. So fällt auf, dass es immer wieder an einem Monatselften zu Anschlägen kommt.

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