El Sadr soll sich in einer Moschee verstecken
Irak: Spirale der Gewalt dreht sich weiter

Gewalttätige Anhänger des radikalen Schiitenführers Moktada el Sadr haben sich am Dienstag in der südirakischen Stadt Nassirija Gefechte mit rund 500 italienischen Soldaten der US-geführten Besatzungstruppen geliefert. Es sollen 15 Iraker getötet worde sein. Der radikale Schiiten-Führer Moktada el Sadr hat dem irakischen Regierungsrat zufolge einen Aufruf der obersten Schiiten des Landes zum Gewaltverzicht abgelehnt.

HB BAGDAD. El Sadr selbst verschanzte sich schiitschen Kreisen zufolge in seiner Hochburg Nadschaf in einer Moschee. US-Präsident George W. Bush hatte zuvor die Entschlossenheit seines Landes bekräftigt, El Sadr für die Anstachelung zur Gewalt zur Rechenschaft zu ziehen und trotz der heftigsten schiitischen Unruhen seit dem Sturz Saddam Husseins die Macht wie geplant im Sommer an Iraker zu übergeben. Experten warnten, die USA könnten mit einem harten Vorgehen gegen El Sadr den Anti-Amerikanismus im Irak weiter zu schüren. Parallel zu den Auseinandersetzungen mit den radikalen Schiiten ging die US-Armee in Falludscha gegen sunnitische Aufständische vor. In der Stadt östlich von Bagdad waren in der vergangenen Woche vier US-Zivilisten getötet und ihre Leichen geschändet worden.

Bei Kämpfen und Anschlägen im Bagdader Schiiten-Viertel Kadhimija sind am Montag und Dienstag drei US-Soldaten getötet worden. Dies teilte das US-Militärkommando am Dienstag in Bagdad mit. Ein Soldat starb, als sein Konvoi mit Gewehren und Panzerfäusten angegriffen wurde. Ein zweiter wurde in einem Feuergefecht getötet, als schiitische Aufständische sein Fahrzeug mit einer Panzerfaust trafen. Der dritte Soldat starb, als sein Schützenpanzer mit einer Panzerfaust getroffen wurde.

Bei den Gefechten in Nassirija wurden einer Meldung der italienischen Nachrichtenagentur Ansa zufolge 15 Iraker getötet. Die Gefechte begannen den Besatzungstruppen zufolge, als Angehörige von El Sadrs Miliz am frühen Morgen Militärpatrouillen beschossen, die in der Stadt verstärkt worden waren. Während der seit Samstag anhaltenden Proteste hat El Sadrs Miliz in Nassirija mehrere Brücken über den Euphrat unter Kontrolle gebracht und Konvois mit Nahrungsmitteln und Hilfsgütern gestoppt. „Die Stadt war zweigeteilt und die Brücken waren unter ihrer Kontrolle. Wir mussten einschreiten und die Situation klären, bevor die Lage eskaliert“, sagte der Sprecher der italienischen Truppe.

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