Elfenbeinküste
Blutiger Machtkampf nach Präsidentschaftswahl

Eine Woche nach der Präsidentschaftswahl in der Elfenbeinküste spitzt sich der Machtkampf zwischen Amtsinhaber Laurent Gbagbo und Oppositionsführer und Wahlsieger Alassane Ouattara immer weiter zu. Jüngste Auseinandersetzungen schüren die Angst vor einem Ausbruch der Gewalt.
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HB ABIDJAN. In der Stadt Bouake, einer Hochburg der Opposition im Norden des Landes, forderten am Sonntag mehrere Hundert Demonstranten den Rücktritt Gbagbos. An einer Hauptstraße der Region errichteten mit Macheten bewaffnete Dorfbewohner Kontrollposten.

Ebenfalls im Norden der Elfenbeinküste blockierten Demonstranten aus Protest gegen den mutmaßlichen Wahlbetrug eine Straße mit Baumstämmen und Steinen. Im Stadtteil Porte Bouet des Regierungssitzes Abidjan seien zwei Menschen von Polizisten erschossen worden, als die Beamten das Feuer auf ein Schlachthaus eröffneten, teilte ein Mitarbeiter des Bürgermeisters des Stadtteils mit. Er habe gesehen, wie Leichen aus dem Gebäude getragen wurden. Zwei weitere Menschen wurden nach Angaben des Bürgermeisters des Stadtteils Abobo vor ihrem Haus in Issa erschossen - sein Cousin und sein Onkel.

Die jüngsten Auseinandersetzungen haben nun Angst vor einem Ausbruch neuer Gewalt geschürt. Sowohl Gbagbo wie auch Ouattara ließen sich am Samstag als Staatschef vereidigen. Damit hat das westafrikanische Land faktisch zwei parallele Regierungen.

Am Abend zogen Anhänger Ouattaras durch die Straßen und setzten Reifen in Brand. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon zeigte sich zutiefst besorgt über die politische Krise. Am Sonntag reiste der frühere südafrikanische Präsident Thabo Mbeki als Vermittler in die Elfenbeinküste.

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