Elfenbeinküste
Bürgerkrieg droht nach Wahl zu eskalieren

Die Elfenbeinküste droht nach den Präsidentschaftswahlen im Chaos zu versinken. Während die Uno den offiziellen Wahlsieger Alassane Ouattara untersützt, erkennt der Verfassungsrat das Ergebnis nicht an. Der bewaffnete Konflikt im Land droht nun weiter zu eskalieren.
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HB ABIDJAN. Nach dem chaotischen Ausgang der Präsidentenwahl in der Elfenbeinküste haben sich die Vereinten Nationen hinter den zunächst zum Sieger erklärten Herausforderer Alassane Ouattara gestellt. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon gratulierte ihm am Freitag zu seiner Wahl. Der Verfassungsrat des afrikanischen Landes hatte das von der Wahlkommission veröffentlichte Resultat kurz zuvor für ungültig und Amtsinhaber Laurent Gbagbo zum Sieger erklärt. Die Opposition warnte vor einem Bürgerkrieg.

Ban rief Ouatarra auf, sich für Frieden, Stabilität und Versöhnung einzusetzen. Zugleich ermahnte er Gbagbo, seinen Teil zum Wohl des Landes beizutragen und einem Machtwechsel nicht im Wege zu stehen. Auch die USA forderten alle Seiten auf, das von der Kommission verkündete Ergebnis anzuerkennen. Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy appellierte an den Verfassungsrat, den klar zum Ausdruck gebrachten Willen des Volkes zu respektieren. Internationale Beobachter hatten die Wahl als im Allgemeinen frei und gerecht beschrieben.

Die Wahlkommission hatte Herausforderer Ouattara zum Sieger erklärt. Dies rief jedoch den sofortigen Widerspruch der Partei von Präsident Gbagbo hervor. Der Verfassungsrat erklärte nun am Freitag die Ergebnisse in vier Regionen wegen Unregelmäßigkeiten für nichtig. Dadurch habe nun Gbagbo die Stichwahl mit 51 Prozent gewonnen, sagte ein Sprecher des obersten Gerichtes des Landes. Ouattara erhielt demnach 49 Prozent. Einer seiner Mitarbeiter hatte zuvor erklärt, die Opposition werde eine Revision des Ergebnisses nicht anerkennen. Der UN-Sicherheitsrat drohte mit Sanktionen, sollte die Arbeit der Wahlkommission behindert werden.

Das Militär schloss derweil in der Nacht auf Freitag die Grenzen des afrikanischen Landes, ohne einen Grund dafür anzugeben. Die Medien-Regulierungsbehörde teilte zudem mit, ausländische Sender wie France24 und Radio France International seien nicht mehr zu empfangen.

Die mehrfach verschobene Wahl sollte das durch einen Bürgerkrieg in Norden und Süden geteilte Land eigentlich wiedervereinen. Stattdessen brach die Teilung in dem weltweit wichtigsten Erzeugerland für Kakao wieder auf. Berichten zufolge haben Polizei und Militär seit der Wahl bis zu 16 Menschen erschossen.

Wegen der Unruhen verteuerte sich Kakao an den Terminmärkten. Der in den USA gehandelte März-Kontrakt für Kakao zog um bis zu 1,6 Prozent auf 2915 Dollar je Tonne an. An der Londoner Börse kostete der Schokoladen-Grundstoff mit 1960 Pfund je Tonne zwei Prozent mehr als am Vortag.

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