Elfenbeinküste
Druck auf umstrittenen Präsident wächst

In Afrika formiert sich eine Staatengruppe, die den Präsidenten der Elfenbeiküste, Laurent Gbagbo, zum Rücktritt bewegen will. Die Unruhen in dem Land beeinträchtigen die Wirtschaft in der Region.
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HB NEW YORK. Nach dem umstrittenen Ausgang der Präsidentenwahl in der Elfenbeinküste hat der Block westafrikanischer Staaten den Druck auf Präsident Laurent Gbagbo erhöht. Das 15 Staaten umfassende Regionalbündnis teilte am Dienstag mit, man betrachte Oppositionsführer Alassane Ouattara als rechtmäßigen Sieger der Stichwahl. Zudem suspendierte die Organisation die Mitgliedschaft der Elfenbeinküste auf unbestimmte Zeit. Das afrikanische Land ist der wichtigste Kakao-Produzent der Welt. Wegen der politisch unruhigen Lage verteuerte sich Kakao an den Terminmärkten.

Dagegen verhinderte Russland im UN-Sicherheitsrat eine Erklärung, mit der Ouattara ebenfalls als neuer Präsident der Elfenbeinküste anerkannt werden sollte, wie Diplomaten in New York sagten. Nach mehr als fünfstündigen Beratungen musste sich das oberste Gremium der Vereinten Nationen ohne Ergebnis vertagen. Die russischen Gesandten hätten erklärt, sie müssten sich zunächst mit der Regierung in Moskau abstimmen.

Zuvor hatte in der Elfenbeinküste Amtsinhaber Gbagbo ungeachtet internationaler Rufe nach einem Rücktritt sein Kabinett ernannt. Dabei musste er sowohl den angesehenen Finanzminister als auch den Ministerpräsidenten ersetzen, die beide in die Parallelregierung seines Herausforderers Ouattara berufen worden waren.

Ouattara war von der Wahlkommission zum Sieger der Wahl erklärt worden - deshalb betrachten ihn auch die UN-Delegation in dem Land und viele westliche Staaten als rechtmäßigen Präsidenten der Elfenbeinküste. Gbagbo kontrolliert jedoch weiterhin die Armee des Landes und hat Rufe nach seinem Rücktritt als Einmischung in die inneren Angelegenheiten abgetan.



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