Elfenbeinküste
Ein Land nach dem Bürgerkrieg

Auch nach dem Ende des Bürgerkrieges kommt es zu Gewalttaten. Präsident Ouattara erklärt deshalb die Sicherheitslage zur obersten Priorität. Gegen seinen Vorgänger Gbagbo soll es zur Anklage kommen.
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New York/Abidjan/Paris Nach seinem Sieg im Bürgerkrieg hat der neue Präsident der Elfenbeinküste Alassane Ouattara die Sicherheitslage und die Wirtschaft zu den dringendsten Prioritäten erklärt. „Ich sage meinen Landsleuten: In einigen Monaten wird die Elfenbeinküste diese Krise überstanden haben“, erklärte er am Mittwoch. „Habt Vertrauen in mich.“ Er kündigte den Aufbau einer neuen Armee der Republik an und rief alle Milizen und Söldner auf, ihre Waffen niederzulegen.

Der Konflikt war ausgebrochen, nachdem der amtierende Präsident Laurent Gbagbo sich im November weigerte, seine Wahlniederlage anzuerkennen. In den folgenden fünf Monaten starben mehr als 1500 Menschen bei Kämpfen zwischen den verfeindeten Lagern. Schließlich wurde Gbagbo Anfang der Woche mit Hilfe von französischen Truppen gestürzt.

Trotzdem gab es auch am Mittwoch Berichte über Gewalt und Rache-Morde. In den Straßen von Abidjan lagen neue Leichen, und die Nacht hindurch waren Schüsse zu hören. Allerdings waren die meisten Bezirke wieder ans Stromnetz und der Wasserversorgung angeschlossen. Auch einige Tankstellen waren geöffnet. „Das Leben normalisiert sich wieder langsam“, sagte eine Anwohnerin.

Frankreichs Verteidigungsminister Gerard Longuet erklärte in der Nationalversammlung in Paris, „Streifen aus ivorischen und französischen Polizisten würden in Abidjan auf Streife gehen, um zu zeigen, dass ein Rechtsstaat errichtet wird.“ Der Chef der ivorischen Polizei und der Oberkommandierende der Streitkräfte hätten beide Ouattara ihre Dienst angeboten, sagte er.

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