Elfenbeinküste
Sechs Demonstrantinnen erschossen

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AbidjanFrauen führen die Proteste in der Elfenbeinküste an - und bezahlen dafür mit dem Leben.

In der Elfenbeinküste hat der seit drei Monaten dauernde Konflikt eine neue Stufe der Intensität erreicht. Am Donnerstag erschossen Sicherheitskräfte bei einer Demonstration mindestens sechs Frauen.

Wie ein Mitarbeiter der Behörden mitteilte, eröffneten Milizen des abgewählten Präsidenten Laurent Gbagbo mit Maschinengewehren das Feuer auf die Demonstrantinnen, die sich in der Stadt Abobo versammelt hatten. Augenzeugen berichteten, die Frauen seien von den Gewehrkugeln „in Stücke zerrissen“ worden.

Tausende Frauen waren aus Protest gegen Gbagbos Weigerung, die Macht an den international anerkannten Präsidenten Alassane Ouattara abzutreten, auf die Straße gegangen.

In der Elfenbeinküste haben Frauenmärsche Tradition. Eine der Veranstalterinnen der Kundgebung erklärte, sie hätten nicht damit gerechnet, dass Gbagbos Truppen auch auf Frauen schießen würden.

US-Außenministeriumssprecher P. J. Crowley schrieb im Kurznachrichtendienst Twitter, der moralische Bankrott Gbagbos sei angesichts der Tat offensichtlich. Der UN-Sicherheitsrat erklärte, er sei „zutiefst beunruhigt“ über die Eskalation der Gewalt in der Elfenbeinküste und befürchtete, sie könne zu einem neuen Bürgerkrieg in dem westafrikanischen Land führen.

Angesichts anhaltender Straßenkämpfe in Abobo, einer Stadt in der Metropolregion Abidjan, sind nach Angaben der Vereinten Nationen mehr als 200.000 Menschen aus dem Gebiet geflohen. Seit Tagen war es dort bereits zu Kämpfen zwischen der Gbagbo-treuen Polizei und Soldaten gekommen, die hinter Ouattara, stehen.

Hochrechnungen der Nachrichtenagentur AP basierend auf UN-Zahlen und bestätigten Opferzahlen zufolge starben bei dem Konflikt knapp 400 Menschen. Allein in den vergangenen 24 Stunden kamen 32 Menschen ums Leben; die Opfer waren fast ausschließlich Anhänger Ouattaras.

dapd

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