Elite-Hochschulen
Rezession stoppt amerikanische Unis

Die Wirtschaftskrise hat im US-Bildungssystem hart zugeschlagen. Im letzten halben Jahr haben die Universitäten rund ein Viertel des Stiftungsvermögens verloren, mit dem sie größtenteils den laufenden Betrieb finanzieren. "Insgesamt werden zwei Drittel aller Stiftungen die Zahl ihrer Engagements stark reduzieren", bilanziert das Foundation Center nach einer Befragung der 1 000 finanzstärksten Stiftungen des Landes.

SAN FRANCISCO. Die Universitäten haben im Durchschnitt ein Drittel ihres Vermögens in Stiftungen angelegt, die ihr Kapital vor allem in Aktien anlegen. Entsprechend angeschlagen sind ihre Budgets. Dabei sind nicht nur die berühmten und finanzkräftigen Elite-Unis wie Harvard, Yale, Stanford und Princeton betroffen, sondern noch stärker die öffentlichen Universitäten wie die kalifornischen Universitäten in Berkeley (University of California) oder in Los Angeles (University of Southern California).

Die öffentlich finanzierten Unis sind gleich doppelt betroffen. Die sie unterstützenden Einzelstaaten fahren in Wirtschaftskrisen traditionell sofort den Bildungsetat herunter. Anders als bei Schulen, die zumeist größtenteils aus dem lokalen, kommunalen Steueraufkommen gespeist werden, kann den Colleges aufgrund der flexiblen, nicht über Jahre gebundenen Budgets sofort per Dekret der Geldhahn zugedreht werden. Und das geschieht jetzt.

Und auch die öffentlichen Universitäten schöpfen wie die privaten einen Großteil - 20 bis 30 Prozent - ihres Budgets über Stiftungen, Anlagen, Direktinvestments und Hedge- Fonds aus dem Kapitalmarkt. Auch hier versiegt der Kapitalstrom, sodass zum Beispiel die öffentlich getragene Elite-Universität Kaliforniens in Berkeley zu Notmaßnahmen greift: Der Lehrkörper wird um Tausende dezimiert, Bauvorhaben auf dem Campus storniert. Auch mit einer hehren Tradition hat man brechen müssen: Die Stipendien werden um 9,3 Prozent gestrichen. Berkeleys sozial motivierte Politik, möglichst auch ärmeren, aber begabten Studienanfängern unter die Arme zu greifen, wird stark eingeschränkt.

"Die Situation ist eindeutig: Studenten müssen jetzt mehr bezahlen und erhalten weniger für ihre Geld," kritisiert Stan Glantz, Medizinprofessor in Berkeley. "Der Staat Kalifornien hat es versäumt, genügend finanzielle Ressourcen für die Universität bereitzustellen. Das liegt in der direkten Verantwortung von Gouverneur Arnold Schwarzenegger."

Schwarzenegger hat zwar in Folge der von Präsident Barack Obama angekündigten Aufwertung des Erziehungswesens gleiches für Kalifornien versprochen. Dennoch hat er - im Versuch, die Staatsfinanzen vor dem endgültigen Bankrott zu retten - für 2009 400 Mill. Dollar Unterstützung für die Universitäten gestrichen. Das geschieht derzeit in den meisten der 50 US-Bundesstaaten.

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