Empfang für Vertreter des Islams
Papst hofft auf „Brücken der Freundschaft“

Nach den Protesten gegen seine Islam-Äußerungen hat Papst Benedikt XVI. während eines Treffens mit zahlreichen Vertretern muslimischer Länder versucht, die Wogen weiter zu glätten. Bei einem Treffen mit 22 Botschaftern sowie Islam- Vertretern und hohen Geistlichen rief er zu einem aufrichtigen und respektvollen Dialog mit dem Islam auf.

HB CASTELGANDOLFO. Er appellierte an Christen und Muslime gleichermaßen, jede Form von Gewalt abzulehnen. Das Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche gab am Montag zudem seiner „Wertschätzung und dem tiefem Respekt“ vor Angehörigen des islamischen Glaubens Ausdruck.

Ziel des Treffens, das auch im arabischen Nachrichtensender El-Dschasira übertragen wurde, sei es gewesen, Meinungsverschiedenheiten und Missverständnisse, die nach Joseph Ratzingers Rede in Regensburg aufgekommen waren, zu schlichten, hieß es aus der Kurie. „Der Papst näht den Riss wieder zu“, titelte „La Stampa“. Bei der Audienz habe es sich „um eine Initiative gehandelt, die es in dieser Form noch nicht gegeben hat“, schrieb die italienische Zeitung „La Stampa“ am Montag.

Ohne seine Äußerungen direkt zu erwähnen, erklärte der Papst, der Hintergrund der Gespräche, die offenbar in einer freundlichen Atmosphäre stattfanden, sei „gut bekannt.“ Er sprach sich für einen umfassenderen Dialog zwischen den Religionen aus. „Christen und Muslime müssen lernen zusammenzuarbeiten, um sich gegen jede Form der Intoleranz zu wappnen und sich jeglicher Demonstration von Gewalt zu widersetzen“, sagte Benedikt in einem mit Fresken verzierten Saal in der päpstlichen Sommerresidenz Castelgandolfo. „Aufrichtig bete ich dafür, dass die Beziehung des Vertrauens, die sich über die Jahre zwischen Muslimen und Christen entwickelt hat, nicht nur erhalten bleibt, sondern sich in einem Geist eines ehrlichen und respektvollen Dialogs vertieft.“

Gegenseitiger Respekt sei notwendig, „vor allem was die religiöse Freiheit betrifft“, betonte der Papst, der seine kurze Ansprache vor den fast 40 anwesenden Muslimen auf Französisch hielt. „Ich möchte noch einmal meine Achtung und meinen tiefen Respekt, die ich für die muslimischen Gläubigen empfinde, wiederholen.“ Nach der Rede begrüßte Benedikt jeden Anwesenden persönlich. Unter anderem waren die Vatikan-Botschafter Indonesiens, Pakistans, Senegals, Jordaniens, des Libanons und des Iraks der Einladung gefolgt. Lediglich der sudanesische Botschafter nahm nicht an der etwa 30-minütigen Begegnung teil, meldete die italienische Nachrichtenagentur Ansa.

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