Empfehlung für nationale Regulierer
EU überprüft Preise für Handy-Telefonate

Nach den Preisen für grenzüberschreitende Mobilfunkgespräche nimmt die EU-Kommission jetzt auch die Kosten von Inlandstelefonaten per Handy unter die Lupe. Nationale Unterschiede seien einfach nicht nachvollziehbar.

HB BRÜSSEL. Die Brüsseler Behörde legte am Donnerstag einen Entwurf für eine Empfehlung an die nationalen Regulierungsbehörden vor und rief zu einer öffentlichen Konsultation darüber auf.

Das Dokument bezieht sich nicht auf die Endkundenpreise, sondern auf die Gebühren, die Mobilfunkbetreiber einander gegenseitig für die Vermittlung eines Anrufs zwischen zwei verschiedenen Netzen in Rechnung stellen. Bei der Festlegung dieser Großhandelspreise haben die nationalen Regulierungsbehörden ein Mitspracherecht.

Dennoch gehen die Preise innerhalb Europas weit auseinander: Nach Angaben der Kommission dürfen Mobilfunkbetreiber in Zypern ihren Konkurrenten für die Weiterleitung eines Anrufs nur zwei Eurocent pro Minute berechnen, in Bulgarien dagegen über 18 Eurocent pro Minute. Zudem seien die Großhandelspreise für Mobilfunkgespräche im Schnitt neunmal so hoch wie für Festnetztelefonate. Diese Unterschiede sind nach Einschätzung der EU-Kommission nicht nachvollziehbar.

Indirekt würden zudem Mobilfunkbetreiber von Festnetzanbietern subventioniert, weil die Gebühren für die Vermittlung eines Anrufs vom Fest- in ein Handy-Netz so hoch seien, kritisierte die Kommission in einer Mitteilung. Nach einer Untersuchung der deutschen WIK GmbH-Consult hätten auf diese Weise allein die deutschen Mobilfunkbetreiber in den Jahren 1998 bis 2006 Quersubventionen im Umfang von zehn Milliarden Euro erhalten.

Die Kommission will nun in Leitlinien vorgeben, welche Sachkosten die nationalen Regulierungsbehörden bei der Festlegung der Großhandelspreise berücksichtigen dürfen. Zudem sollten nach ihrer Auffassung einheitliche Obergrenzen für Mobil- und Festnetzgebühren gelten. Industrievertreter und Verbraucherschutzorganisationen sind aufgerufen, bis zum 3. September zu dem Entwurf Stellung zu nehmen.

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