Empörung in Tokio
Russische Patrouille erschießt japanischen Fischer

Tödlicher Zwischenfall im Norden Japans: Eine russische Patrouille hat in einem umstrittenen Seegebiet einen japanischen Fischer erschossen. Der Fall sorgt für politische Spannungen zwischen Japan und Russland.

HB TOKIO. Wie die japanische Küstenwache mitteilte, beschoss ein russisches Patrouillenboot ein Schiff mit Fischern, einer der vier Männer wurde dabei getötet. Das Außenministerium in Tokio bestellte umgehend den stellvertretenden russischen Botschafter ein.

Die Nachrichtenagentur Kyodo berichtete unter Berufung auf russische Behörden, das Boot habe trotz Aufforderung nicht gestoppt. Daraufhin hätten die Russen das Feuer eröffnet. Fischer brauchen für das Gebiet um die vier Kurilen-Inseln nordöstlich der japanischen Insel Hokkaido eine Sondergenehmigung. Es sei unklar, ob die Fischer eine solche Erlaubnis hatten, sagte ein Sprecher der Küstenwache, Kazuhiro Nakaya. Die drei Überlebenden seien zu weiteren Ermittlungen auf eine der Inseln gebracht worden.

Der tödliche Zwischenfall war der japanischen Küstenwache zufolge der erste solche in einem Grenzstreit mit Russland seit 50 Jahren. Die Kurilen wurden gegen Ende des Zweiten Weltkriegs von der Roten Armee besetzt, die japanische Regierung fordert seitdem ihre Rückgabe. Ein Angebot Moskaus, auf zwei der Inseln zu verzichten, hat sie abgelehnt. Wegen des Jahrzehnte langen Streits haben beide Staaten noch immer kein formales Abkommen für ein Ende der Feindseligkeiten während des Zweiten Weltkriegs unterzeichnet.

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