Ende der Erfolgsgeschichte: Krise erfasst auch Österreich

Ende der Erfolgsgeschichte
Krise erfasst auch Österreich

Auch in Österreich müssen etliche Firmen ihre Mitarbeiter in Kurzarbeit schicken oder entlassen. Die Krise gefährdet die Erfolgsgeschichte des Alpenlandes. Besonders das Engagement der österreichischen Wirtschaft in Osteuropa zahlt sich nicht mehr aus.

WIEN. Österreich, im vergangenen Jahr noch ein Hort der wirtschaftlichen Stabilität, spürt zunehmend die Auswirkungen der weltweiten Wirtschaftskrise. Die Zahl von Kurzarbeitern und Arbeitslosen ist in den vergangenen Wochen deutlich in die Höhe gegangen. Besonders betroffen sind die stark exportabhängigen Automobilzulieferer, die unter der Absatzkrise der Branche leiden. Zunehmend Sorgen macht sich Österreich auch um seine Banken, die stark in Osteuropa vertreten sind.

Der neue österreichische Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ), der im Dezember sein Amt angetreten hat, kommt heute zu seinem Antrittsbesuch nach Berlin. Mit seiner Amtskollegin Angela Merkel (CDU) wird er vor allem nach Auswegen aus der Wirtschaftskrise suchen. Die Deutschen will er für ein gemeinsames Hilfspaket für Osteuropa gewinnen. Faymann trifft außerdem Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) und den SPD-Vorsitzenden Franz Müntefering. Am Abend ist ein Treffen mit Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt angesetzt.

In der Alpenrepublik sind die Zeiten vergleichsweise hoher Wachstumsraten vorüber. Noch im Herbst hatten die meisten Wirtschaftsforscher gehofft, dass Österreich in diesem Jahr nur eine leichte Konjunkturdelle erleben würde und sogar noch leicht wachsen könnte. Anfang Oktober hatte das Wiener Wifo-Institut, eines der beiden führenden Wirtschaftsforschungsinstitute des Landes, ein reales Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) für 2009 von 0,9 Prozent vorhergesagt.

Doch inzwischen ist klar, dass das kleine Land mit acht Millionen Einwohnern die Rezession nicht mehr vermeiden kann. In der vergangenen Woche sagte die EU-Kommission für Österreich beim Wirtschaftswachstum ein Minus von 1,2 Prozent voraus. Vergessen sind die guten Jahre: 2006 und 2007 lag die Wachstumsrate bei mehr als drei Prozent.

An den Arbeitslosenzahlen ist die verschärfte Situation in Österreich deutlich abzulesen. Ende Dezember meldete der Arbeitsmarktservice (AMS), das Gegenstück zur deutschen Bundesagentur für Arbeit, knapp 290 000 Arbeitslose, was einem Anstieg gegenüber dem Vorjahr von 8,2 Prozent entspricht. Im Januar könnte Österreich erstmals wieder mehr als 300 000 Arbeitslose haben. Da Deutschland ungefähr zehnmal so groß ist wie Österreich, würde diese Zahl drei Millionen Arbeitslosen in der Bundesrepublik entsprechen.

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