Ende der Party: Dubais Luxus-Traum platzt

Ende der Party
Dubais Luxus-Traum platzt

Mittellose Grundstücksspekulanten, saftlose Baufirmen, Liquiditätsengpässe bei den Banken – die Finanzkrise bremst den Immobilienboom am Golf und beendet die Spirale grenzenloser Superlativen in Dubai. Während die Regierung von einer Krise nichts wissen will, treiben viele Unternehmen ihre Kosteneinsparungen voran.

DUBAI. Es ist nur wenige Wochen her, da feierte Dubai die Party des Jahrhunderts. Bei der Eröffnung des Nobel-Hotels „Atlantis“ im November floss der Dom Perignon in Strömen. Das Feuerwerk stellte sogar den Festraketen-Zauber während der Olympischen Spiele in Peking in den Schatten. Und Mega-Stars wie Robert de Niro, Charlize Theron oder Kylie Minogue machten das 20 Mio. Dollar teure Spektakel zu einer wahren Glamour-Parade.

Das ist der Stoff, aus dem Dubai seine Legenden strickt: Glanz, Luxus und eine Kaskade von Superlativen. Noch bis zum Sommer schien es, als ob der Himmel die Grenze sei. Die Entwicklungsgesellschaft Nakheel arbeitete fieberhaft an ihren künstlichen Palmen-Inseln im Meer und kündigte den Bau eines mehr als 1 000 Meter hohen Turms an. Bald sollte der größte Flughafen der Welt zur Drehscheibe zwischen den Kontinenten werden – mit 120 Millionen Passagieren pro Jahr. Zum Vergleich: Auf Europas größtem Airport London Heathrow wurden im vergangenen Jahr knapp 68 Millionen Passagiere abgefertigt.

Kein Wunder, dass Immobilien-Investoren aus aller Herren Länder in die Glitzer-Metropole am Persischen Golf pilgerten. Seit 2003 haben sich die Preise vervierfacht. Im Windschatten des Booms etablierte sich die Stadt zum Mekka der Vermögensverwalter. Öl-Staaten vertrauten renommierten Geldhäusern ihre Milliarden-Schätze an, Anleger zwischen Russland und Pakistan transferierten ihre Cash-Reserven in den sicheren Hafen am Golf.

Doch mit der globalen Finanzkrise platzte der Traum von den Rekordrenditen. Zwischen April und September wurden 50 Mrd. Dollar an ausländischem Kapital aus den Vereinigten Arabischen Emiraten abgezogen. Viele Groß-Investoren flüchteten in den „Greenback“, um ihre an den Börsen von New York oder London erlittenen Verluste auszugleichen. Die lokalen Banken saßen plötzlich auf dem Trockenen, der internationale Kreditmarkt war leergefegt. Und die Grundstücksspekulanten, die Objekte vom Plan weg ergatterten und Wochen später gegen satte Gewinne weiterverkauften, standen auf einmal ohne Mittel da. Im Oktober knickten die Preise für Häuser und Wohnungen in Dubai erstmals seit Jahren ein.

Damit ging den Baufirmen der Saft aus. Die Konstruktion von angefangenen Gebäuden wurde in die Länge gezogen. Andere Vorhaben wie der futuristische Trump Tower auf der Jumeirah-Palmensinsel wurden auf Eis gelegt. Selbst das noch in den Kinderschuhen steckende Vorzeigeprojekt der Tourismus-Industrie, Dubailand, wird gegengerechnet. Die aus 45 Themen-Parks bestehende 60 Mrd. Dollar teure Anlage sollte dazu beitragen, bis 2015 rund 15 Millionen Besucher pro Jahr nach Dubai zu locken – doppelt so viele wie in diesem Jahr.

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