Ende der Waffenruhe in Sri Lanka
Blutiger Anschlag auf Bus mit Schulkindern

Nur wenige Stunden nach dem offiziellen Ende des Waffenstillstands in Sri Lanka sind bei einem Bombenanschlag auf einen vollbesetzten Bus 26 Menschen getötet worden. Unter den Opfern sollen sich auch zahlreiche Schulkinder sein.

HB COLOMBO. Die Bombe war nach Angaben des Verteidigungsministeriums am Straßenrand in dem Ort Buttola, 240 Kilometer südöstlich von Colombo, versteckt. Wenig später traf ein Kugelhagel den Bus. Kurz darauf explodierte in der Nähe noch ein zweiter Sprengsatz. 40 Menschen wurden verletzt, 26 starben. Nach Angaben von Sanitätern hatten viele der Toten Schusswunden.

In dem Bus sollen zahlreiche Kinder auf dem Weg zur Schule gewesen sein. Wie viele der Opfer Kinder sind, war aber zunächst unbekannt. Die Regierung machte die Tamilen-Rebellen der Befreiungstiger von Tamil Eelam (LTTE) für den Anschlag verantwortlich.

Der Waffenstillstand mit den Tamilen im Nordosten des Landes wurde von der Regierung aufgekündigt, nachdem er de facto schon etwa zwei Jahre zuvor zusammengebrochen war. Das Abkommen wurde 2002 unter Vermittlung von Norwegen geschlossen. Die danach aufgenommenen Friedensgespräche mit den Befreiungstigern von Tamil Eelam (LTTE) endeten jedoch in tiefen Meinungsverschiedenheiten.

Die Regierung versucht jetzt, die Herrschaft der LTTE im Nordosten der Insel Ceylon militärisch zu zerschlagen. Dabei kamen in den vergangenen Wochen zahllose Menschen ums Leben.

Die Rebellen kontrollieren nach schweren militärischen Rückschlägen seit dem Sommer 2006 weiterhin große Teile des Nordens Sri Lankas. Mit dem Ende des Waffenstillstands nach knapp sechs Jahren zieht auch die nordische Mission der Überwacher des Abkommens (SLMM) ab.

Buttola, wo es am Mittwoch zu dem Anschlag kam, liegt nördlich des Yala-Nationalparks, der auch von Touristen besucht wird. Die LTTE kämpft für einen unabhängigen Staat für die tamilische Minderheit Sri Lankas. Der seit 1983 andauernde Bürgerkrieg hat bislang mehr als 75 000 Menschen das Leben gekostet.

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