Ende des Kampfeinsatzes
Nato will Afghanistan nicht im Stich lassen

Zehn Jahre nach Beginn des internationalen Afghanistan-Einsatzes wird der Abzug vorbereitet. Trotzdem will die Nato dem Land auch langfristig helfen.
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BrüsselZehn Jahre nach Beginn des Afghanistan-Einsatzes hat die Nato dem geschundenen Land ihre langfristige Unterstützung zugesichert. Auch nach dem geplanten Ende des Kampfeinsatzes Ende 2014 werde das Bündnis die Menschen in Afghanistan nicht im Stich lassen, betonte Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen am Donnerstag nach einer Verteidigungsministerkonferenz in Brüssel. Gleichzeitig stellte das Bündnis weitere Weichen für den Truppenabzug.

Die USA konkretisierten ihre Pläne für die Verringerung ihrer 100.000 Soldaten starken Truppe um zehn Prozent noch in diesem Jahr. Befürchtungen Deutschlands, die Handlungsfähigkeit der Bundeswehr im Norden des Landes könnten dadurch beeinträchtigt werden, bestätigten sich nicht. Die Amerikaner würden zunächst keine „Schlüsselfähigkeiten“ aus dem deutschen Zuständigkeitsgebiet abziehen, sagte Verteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU). US-Spezialkräfte, Hubschrauber zur Bergung von Verletzten und Roboter zur Entschärfung von Sprengsätzen stünden weiterhin zur Verfügung.

Die USA hatten bereits im Sommer angekündigt, noch vor Ende des Jahres 10.000 und bis September 2012 weitere 23.000 Soldaten nach Hause zu holen. Damit gaben sie das Startsignal für den Abzug der internationalen Schutztruppe Isaf. Von den im Norden stationierten mehr als 5.000 US-Soldaten sollen 900 nach Hause zurückkehren. US-Verteidigungsminister Leon Panetta sprach von „erheblichen Fortschritten“ in Afghanistan. „Es ist klar, dass hier niemand überstürzt das Weite sucht“, sagte er.

An diesem Freitag jährt sich der Beginn des Afghanistan-Einsatzes zum zehnten Mal. Am zweiten Tag der Nato-Konferenz kamen am Donnerstag die 49 Truppensteller der internationalen Schutztruppe Isaf in Brüssel zusammen. Anschließend berieten die 17 im Norden engagierten Nationen auf Einladung de Maizières über das weitere Vorgehen. Die ersten Bundeswehrsoldaten sollen um den Jahreswechsel nach Hause zurückkehren. Wie stark das deutsche Kontingent in einem ersten Schritt verkleinert wird, soll im Dezember oder Januar vom Bundestag entschieden werden. De Maizière mahnte zu „strategischer Geduld“.

„Von einem Baum runterzuklettern ist komplizierter, als schnell hinaufzugehen“, sagte er. In Afghanistan sind derzeit rund 5.000 Bundeswehrsoldaten stationiert. Der Minister räumte ein, dass die internationale Gemeinschaft den Afghanistan-Einsatz mit zu hohen Erwartungen begonnen habe. Das Ziel des Aufbaus einer Demokratie nach westlichem Vorbild sei unrealistisch gewesen. Stattdessen gehe es nun vor allem darum sicherzustellen, dass nie wieder Terror von Afghanistan in die Welt exportiert werde. Zudem müsse gewährleistet werden, dass die Afghanen aus eigener Kraft „ein hinreichendes Maß an Stabilität und Sicherheit“ gewährleisten können.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Ende des Kampfeinsatzes: Nato will Afghanistan nicht im Stich lassen"

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  • ha ha ha

    Afganistan ist ohne die NATO viel glücklicher.
    Die NATO ist nur da, um den Drogenaufbau zu schützen.

    Danke Frau Angela, dass du unsere SoldaTEN

    FÜR DROGEN IN DEN TOD SCHICKST

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