Endesa vor Zerschlagung
Böses Erwachen für Zapatero

Eigentlich könnte die spanische Regierung zufrieden sein. Wie von Ministerpräsident José Luis Rodríguez Zapatero gewünscht, ist Eon mit der Übernahme von Endesa gescheitert. Trotzdem ist Madrid einer der großen Verlierer. Denn dem Verzicht der Deutschen folgte ein böses Erwachen.

HB/smc MADRID. Ministerpräsident José Luis Rodríguez Zapatero hatte sich mit der Übernahmeofferte von Eon für Spaniens größten Stromversorger Endesa nie so recht anfreunden können, und nun warf der Düsseldorfer Energieriese das Handtuch. Madrid hatte eine „spanische Lösung“ favorisiert: eine Übernahme von Endesa durch den nur halb so großen Konkurrenten Gas Natural.

Eon machte diesen Plan mit seiner lukrativeren Offerte zunichte. Daraufhin stellte Spanien den Deutschen eine Reihe von Hürden in den Weg, die Madrid erst nach Eingreifen der EU-Kommission teilweise wieder zurückzog.

Mit der Aufgabe von Eon im Ringen um Endesa hat aber Zapatero nicht wirklich gewonnen. Seine sozialistische Regierung hat nicht erreicht, was sie angestrebt hatte. Zapatero hatte zur Bildung eines großen spanischen Energieversorgers beitragen wollen, der die Konkurrenz der Großen auf den Weltmärkten nicht zu fürchten braucht.

Aber nun wird Endesa nicht größer, sondern kleiner. Der Dreierpakt zwischen Eon, der italienischen Enel und der spanischen Acciona sieht vor, dass Endesa eine Reihe von Kraftwerken an Eon abtritt.

Für Endesa bedeutet dies eine ungewisse Zukunft. Es ist nicht völlig ausgeschlossen, dass der Konzern zerschlagen wird. Enel und Acciona ziehen eine solche Möglichkeit ausdrücklich in Betracht. So gerät die spanische Linksregierung im eigenen Land auch stark unter Beschuss. „Durch die Manipulation der öffentlichen Behörden in Spanien hat es die Regierung geschafft, die Zerschlagung des größten spanischen Versorgers zu bewirken“, sagte Wirtschaftssekretär Miguel Arias von der konservativen Oppositionspartei Partido Popular (PP).

Das anderthalbjährige Ringen um den spanischen Branchenprimus hat damit viele Verlierer und nur wenige Gewinner. Zu den großen Verlierern wird in Spanien Eon gezählt. Die Zeitung „El País“ bezeichnete das Übereinkommen mit Enel und Acciona als eine „Kapitulation von Eon“ und die an Eon fallenden Endesa-Anlagen als einen „Trostpreis“. Für Endesa bedeutet der Dreierpakt eine ungewisse Zukunft. Es ist nicht völlig ausgeschlossen, dass der Konzern zerschlagen wird. Enel und Acciona, die Endesa nun gemeinsam übernehmen wollen, ziehen eine solche Möglichkeit ausdrücklich in Betracht.

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