Endspurt um die Zukunft
Kosovo-Unterhändler: Gespräche gescheitert

Die Vermittlungsversuche von EU, USA und Russland waren vergebens: Im Abschlussbericht zu den Viermonatigen Verhandlungen zur Zukunft des Kosovo verzichteten die Chefunterhändler auf Vorschläge für einen Ausweg. Der Grund: Die Gespräche seien gescheitert.

HB PRISTINA. Der Endspurt um die Zukunft des Kosovo ist eröffnet. Die Chefunterhändler der EU, der USA und Russlands verzichten in ihrem Abschlussbericht zu den viermonatigen Verhandlungen über den künftigen Status der südserbischen Provinz auf Vorschläge für einen Ausweg. Die Gespräche seien an den festgefahrenen Positionen beider Seiten in der Frage der Souveränität über das Gebiet gescheitert, heißt es in dem Bericht, der am Freitag UN-Generalsekretär Ban Ki Moon vorgelegt wurde. Nun deutet alles darauf hin, dass sich die Kosovo-Albaner Anfang kommenden Jahres einseitig für unabhängig erklären werden. Am Montag soll der Bericht auch den Mitgliedern des UN-Sicherheitsrats übersandt werden, der sich am 19. Dezember mit dem Thema befassen will.

Die Kosovo-Albaner lassen keinen Zweifel daran, dass sie die Gemeinschaft mit Serbien endgültig verlassen wollen. Wahrscheinlich dürfte es aber Mitte Januar werden, bis ein Zeitplan für die in der verarmten Provinz mit Sehnsucht erwartete Loslösung von Belgrad festgelegt wird. Denn noch ist das Kosovo ohne Regierung - knapp vier Wochen nach der Parlamentswahl haben die Verhandlungen über die neue Führung gerade erst begonnen. Zudem dürften die westlichen Staaten darauf dringen, dass vor der Unabhängigkeit die serbischen Präsidentschaftswahlen im Januar oder Februar abgewartet werden.

Auch wenn sie die Pläne der Kosovo-Albaner unterstützen, sprechen sich die USA und die EU für einen geordneten Übergang in die Eigenständigkeit aus. Eine EU-Mission soll demnach die bisherigen Aufgaben der Vereinten Nationen übernehmen, die die Provinz seit dem Krieg 1999 verwalten. „Es ist sehr, sehr wichtig, als nächstes die richtigen Schritte zu tun“, sagte der Chef der UN-Verwaltung Joachim Rücker. Beobachter befürchten, dass sich die Lage bei einem unkontrollierten Übergang zuspitzen und im schlimmsten Fall erneut Gewalt auf dem Balkan ausbrechen könnte.

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