Energie-Infrastruktur
EU-Kommission will Versorgungsleitungen ausbauen

Die EU will auf den steigenden Energiebedarf ihrer Mitglieder reagieren. Die EU-Kommission beabsichtigt, die Versorgungsleitungen der Staaten deutlich auszubauen. Doch nicht nur die Details der milliardenschweren Projekte sind offen, auch die Finanzierung ist noch nicht geklärt.
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HB BRÜSSEL. Für eine sichere Energieversorgung will die EU das europaweite Netz an Stromleitungen und Gaspipelines ausbauen. Im November will die EU-Kommission Vorschläge für die Erweiterung der Energie-Infrastruktur in und zwischen den 27 Mitgliedsstaaten vorlegen. Dann könnten im Februar nächsten Jahres die Staats- und Regierungschefs über die Energiestrategie 2011-2020 beraten. Das kündigte EU-Energiekommissar Günther Oettinger am Dienstag nach einem informellen Treffen der EU-Energieminister in Brüssel an.

"Wir haben die Absicht, in den nächsten zwei Dekaden die Qualität und den Umfang der Infrastruktur für Gas und Strom auf denselben Stand zu bringen wie unsere Autobahnen, das Schienennetz oder den einheitlichen Luftraum", sagte Oettinger. "Es gibt viel zu tun." Offen ist bislang die Finanzierung der oft milliardenschweren Projekte. Experten fordern schon lange ein EU-weit abgestimmtes Vorgehen beim Ausbau der Infrastruktur, um den grenzüberschreitenden Handel anzukurbeln und die Energieversorgung abzusichern.

Neben der Versorgungssicherheit und der Solidarität zwischen den Mitgliedsstaaten bei Engpässen geht es der EU-Kommission auch um mehr Energieeffizienz und die bessere Nutzung erneuerbarer Energieträger.

Der deutsche Wirtschaftsstaatssekretär Jochen Homann nannte den Ausbau der Infrastruktur "dringend notwendig". Dies sei ein zentrales Thema im deutschen Energiekonzept. "Unser langfristiges Ziel ist ein europaweiter Netzverbund", sagte Homann laut Mitteilung nach dem Treffen. Die sogenannten Interkonnektoren auf dem europäischen Strommarkt - das sind Kuppelstellen an den Grenzen - müssten rasch erweitert werden.

Die Minister berieten auch über einen besseren Verbraucherschutz im Energiesektor und mehr Klimaschutz. Bei dem informellen Treffen wurden keine Beschlüsse gefasst.

Kommentare zu " Energie-Infrastruktur: EU-Kommission will Versorgungsleitungen ausbauen"

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  • Wie Klein-Erna schon vermutete (Kommentar zu: Konzernen fehlt die Vorgabe für Netzumbau, Hb 19.08.10):
    Da zur Zeit über die Trennung von Stromerzeugung und Netz diskutiert wird und diese wohl auch von der (Europa)Politik befürwortet wird, investieren die Konzerne (seit Jahren?) nichts in die Netze. Diese sollen ja auch schon ziemlich marode sein (Wir werden sehen, der nächste Winter kommt bestimmt). Die Energiekonzerne werden "moderat", d.h. mit Unsummen für die abzugebenden Netze entschädigt. Die Allgemeinheit oder Privatfirmen im Auftrag der Allgemeinheit, übernehmen die maroden Netze. Die Allgemeinheit setzt sie mit Milliarden (ca. 450 - 500) in Stand. Dann werden die "neuen" Netze im Rahmen z.b. eines Regierungswechsels oder eines Sondererlasses des Wirtschaftsministers (siehe E.on - Ruhrgas) wieder privatisiert. Käufer können natürlich nur große (Energie)Konzern sein weil nur die die Netzsicherheit garantieren können. Und das Spiel kann von vorn beginnen.
    So stellt klein Erna sich das vor.
    http://www.handelsblatt.com/unternehmen/industrie/energiewirtschaft-konzernen-fehlen-die-vorgaben-fuer-den-netzumbau;2638630;0
    Ch.is.

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