Energie
Iran und Pakistan bauen Gas-Pipeline

Die Nachbarn schließen einen Vorvertrag für ein umstrittenes Projekt - und legen die Basis für eine regionale Kooperation. Pakistan will Iran zu einem seiner wichtigsten Energielieferanten machen. Die Verhandlungen über die so genannnte "Friedenspipeline" hatte bereits Mitte der neunziger Jahre begonnen.

NEU-DELHI/BERLIN. Trotz massiver Vorbehalte der USA will Pakistan Iran zu einem seiner wichtigsten Energielieferanten machen. In Teheran unterzeichneten am Sonntag Abend der pakistanische Präsident Asif Ali Zardari und sein iranischer Kollege Mahmud Ahmadinedschad einen Vorvertrag zum Bau einer Gaspipeline zwischen den beiden Ländern. Wird das Projekt umgesetzt, soll iranisches Erdgas an Kraftwerke und die Industrie in Pakistan geliefert werden, die unter großer Energieknappheit leidet.Die geplante Pipeline ist das bisher deutlichste Zeichen dafür, dass sich die eingeforderte regionale Zusammenarbeit in der Krisenregion verstärkt. Bei dem Treffen am Wochenende in Teheran nahm neben den Vertretern Irans und Pakistans auch der afghanische Präsident Hamid Karsai teil.

Die Verhandlungen über das von beiden Ländern "Friedenspipeline" getaufte Vorhaben hatten bereits Mitte der neunziger Jahre begonnen. Differenzen über den Gaspreis sowie erheblicher Druck der USA auf Pakistan, kein Gas aus Iran zu beziehen, hatten die Gespräche immer wieder zum Stillstand gebracht. Washington unterstützt ein alternatives Pipelineprojekt, das Pakistan mit Gas aus Turkmenistan über eine Route durch Afghanistan versorgen soll.

Die umstrittene Pipeline aus Iran sollte ursprünglich bis nach Indien führen. Vergangenes Jahr zog sich die indische Regierung im Streit um die von Pakistan geforderten Durchleitungsgebühren jedoch aus dem Vorhaben zurück. Zudem hatte sie Bedenken, dass Pakistan die Sicherheit der Gaslieferungen durch die Unruheprovinz Belutschistan im Süden des Landes nicht garantieren könne. Nach Angaben der iranischen Nachrichtenagentur Irna enthält der von Zardari und Ahmadinedschad unterzeichnete Vertrag jedoch eine Klausel, wonach Indien jederzeit in das Projekt zurückkehren kann. Indiens neue Regierung unter Premierminister Manmohan Singh hat vergangene Woche auch angekündigt, sie wolle die Beziehungen zum Erzfeind Pakistan verbessern.

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