Energieabkommen mit Russland
Griechenland vor steht offenbar vor Milliarden-Deal

Griechenland erwartet offenbar einen unerwarteten Geldsegen: Einem Medienbericht zufolge unterzeichnet das Land am kommenden Dienstag ein milliardenschweres Energieabkommen mit Russland.
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Frankfurt Griechenland steht nach Informationen von "Spiegel Online" kurz vor der Unterzeichnung eines Energie-Deals mit Russland. Die Vereinbarung könnte dem von der Pleite bedrohten Land kurzfristig bis zu fünf Milliarden Euro in bar in die Staatskasse spülen, berichtet das in der Nacht zu Samstag. Das Abkommen solle voraussichtlich am Dienstag unterzeichnet werden. Dem Bericht zufolge soll das Geld in Form einer Vorauszahlung für die neue Pipeline Turkish Stream fließen, die russisches Gas über die Türkei und Griechenland nach Europa bringen soll. Die Höhe der Vorauszahlung wird mit drei bis fünf Milliarden Euro angegeben.

Der Deal könne für Griechenland "das Blatt wenden", zitierte "Spiegel Online" einen hochrangigen Beamten der Regierungspartei Syriza, der direkt mit dem Vorgang vertraut ist. Griechenland verhandelt derzeit mit Europa und dem Internationalen Währungsfonds (IWF) über die Freigabe weiterer Rettungskredite.

Russlands Präsident Wladimir Putin und der griechische Regierungschef Alexis Tsipras hatten nach einem Treffen Mitte April in Moskau angekündigt, dass beide Länder ihre Wirtschaftskontakte verstärken wollen und eine Zusammenarbeit bei Turkish Stream anstreben. Russland hat nach dem Stopp der geplanten Gaspipeline South Stream durch Bulgarien im Januar eine neue Verbindung durch die Türkei angekündigt, die bis Ende 2016 in Betrieb gehen soll. Damit auch die EU darüber versorgt werden könnte, müsste ein Anschluss durch Griechenland gebaut werden.

Die Mittel aus Russland sollen laut "Spiegel Online" eine Vorauszahlung auf zukünftige Gewinne sein, die Griechenland durch die Transitgebühren einnehmen könne. Die Pipeline wird voraussichtlich 2019 in Betrieb gehen. Dann anfallende Einnahmen für die Griechen würden mit der Vorauszahlung verrechnet.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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