Energiebehörde
Iran und IAEA einig über Zeitplan für Atomkontrolle

Der Iran und die Internationale Atomenergiebehörde IAEA haben sich auf einen neuen Zeitplan für die Überprüfung des umstrittenen iranischen Atomprogramms geeinigt. Die USA zeigten sich unzufrieden mit der Vereinbarung – und ernteten damit selbst wiederum Kritik.

HB TEHERAN/WIEN. Man habe einen konkreten Plan mit weiteren Inspektionen iranischer Atomanlagen ausgearbeitet, sagte am Dienstag der iranische Atomunterhändler Javad Vaidi auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem stellvertretenden IAEA-Direktor Olli Heinonen in Teheran. Heinonen sprach von „sehr positiven“ Gesprächen. Einzelheiten zum Zeitplan wurden nicht genannt. Die USA kritisierten die Vereinbarung und forderten Teheran auf, die verbindlichen UN-Resolutionen zu befolgen.

Inspekteure der in Wien ansässigen UN-Atombehörde sollen nach der Übereinkunft auch die Urananreicherungsanlage bei Natans und den im Bau befindlichen Schwerwasserreaktor bei Arak in Augenschein nehmen, sagte Vaidi. Der Plan gilt als letzte Anstrengung des Irans und der IAEA, im Atomstreit eine dritte UN-Resolution gegen Teheran und damit neue Sanktionen zu vermeiden.

Teheran hatte die verbesserte Zusammenarbeit mit der IAEA eingeleitet, nachdem der UN-Sicherheitsrat im März eine neue Resolution verabschiedete, die ein Waffenembargo, Reisebeschränkungen und das Einfrieren von Auslandsgeldern vorsieht. Der Westen befürchtet, dass das iranische Atomprogramm dem Bau von Atomwaffen dient. Teheran hat dies stets zurückgewiesen.

Die IAEA in Wien gab zunächst keine offizielle Stellungnahme zum Ergebnis der Gespräche in Teheran ab. IAEA-Generaldirektor Mohammed el Baradei wird voraussichtlich Anfang September einen neuen Bericht über die Kooperation des Irans an den Weltsicherheit nach New York schicken.

Skeptisch gab sich der Botschafter der USA bei der Atombehörde, Greg Schulte. Zwar begrüßte er die Fortschritte bei den Teheraner Gesprächen. Er wies jedoch die damit verbundenen Forderungen Teherans nach einem Stopp der Sanktionen des Sicherheitsrats zurück. „Der Iran muss alle Aktivitäten zur Urananreicherung, Wiederaufbereitung und zum Bau eines Schwerwasserreaktors einstellen“, sagte Schulte. Diese seien für friedliche Zwecke nicht nötig, aber sehr wohl zum Bau einer Atombombe.

Andere Diplomaten aus dem Umfeld der IAEA kritisierten dagegen die US-Stellungnahme als „wenig hilfreich“. Es sei „unredlich“, sie abzuwerten, solange nicht einmal Einzelheiten der Vereinbarung bekannt seien.

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