Energiepolitik
Russland: Mit Volldampf in die Klimafalle

Russland braucht viel Strom und will deshalb das Land mit einem Netz von neuen Kohlekraftwerken überziehen. Die Europäer sind fassungslos. Denn während die Welt versucht, Schadstoffe zu begrenzen, planen die Russen neue Klima-Killer.

BERLIN. Die letzte Seite der Präsentation des russischen Kohle- und Energiekonzerns SUEK ziert ein MIG-Kampfjet, darunter steht: „Fasten seat belts!“ Das Unternehmen setzt also auf Angriff. Aus Sicht von Klimaschützern rast der Düsenjäger jedoch in die völlig falsche Richtung. Denn SUEK will Russland mit einem Netz neuer Kohlekraftwerke überziehen – mit entsprechenden Folgen fürs Klima.

Während Gesandte der Länder auf der Weltklimakonferenz im polnischen Posen derzeit Wege suchen, die Kohlendioxidemissionen zu reduzieren, marschiert Russland in eine Zukunft mit drastisch steigendem Schadstoffausstoß. Die dortige Regierung kalkuliert, dass bis 2020 neue Kohlekraftwerke mit einer Kapazität von 60 Gigawatt entstehen – das entspricht etwa 75 Kraftwerksblöcken.

Und SUEK will vorne mitmischen. Dem Coal Industry Advisory Board (CIAB), einer von der Internationalen Energieagentur ins Leben gerufenen Organisation von Managern aus der Kohleindustrie, erklärten die SUEK-Leute jetzt anhand besagter Präsentation, wie das geht. Das Unternehmen, nach eigener Darstellung Russlands führender Kohleproduzent, will bereits in wenigen Jahren einer der wichtigsten Stromproduzenten Russlands werden und kräftig in den Bau von Kohlekraftwerken investieren. Aus der Sicht Russlands macht das Sinn: Das Land verfügt über die zweitgrößten Kohlereserven der Welt. Gleichzeitig wird der Strombedarf des Landes allen Prognosen zufolge in Riesenschritten wachsen. Anstelle des veralteten Kraftwerksparks müssen dringend neue Kraftwerke her – am besten solche, die sich mit der billigen heimischen Kohle betreiben lassen.

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